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Der Hund im Seniorenalter

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Ernährung an den Bedarf anpassen -- Übergewicht unbedingt vermeiden

Ernährung muss dem Alter angepasst werden, das ist hier noch viel wichtiger als beim Junghund. Allerdings muss dabei auch die Aktivität berücksichtigt werden. Ein 10-jähriger Hund der noch im Sport aktiv ist und allgemein wenig Alterserscheinungen zeigt, braucht weniger bis keine Anpassungen, hingegen ein träger und bereits übergewichtiger schon.
Durch geringeren Energieverbrauch (alle Gewebe sind reduziert, schnellere Ermüdung, weniger Bewegung, steigende Neigung zu Übergewicht) muss die Kalorienzufuhr verringert werden. Übergewicht mit all seinen negativen Folgen muss vermieden werden. Bei Übergewicht werden insbesondere Gelenke und Herz-Kreislauf stark belastet. Zudem steigt das Risiko für eine hormonelle Störung wie z. B. Diabetes. Sie tun Ihrem Hund also gar nichts Gutes, wenn sie ihn mästen!!!
Dem normalgewichtigen alten Hund sollte ca. 75 % des Energiebedarfes eines erwachsenen Hundes angeboten werden. Dabei ist es wichtig, dass trotz der Reduktion eine ausreichende Menge an Mineralsalzen, Spurenelementen und Vitaminen im Futter vorhanden ist. Denn der Vitaminbedarf ist bei alten Hunden etwas erhöht. Gleichzeitig sollte auf eine ausreichende Versorgung mit hochwertigen, leicht verdaulichen Eiweissen geachtet werden. Das wirkt dem fortschreitenden Muskelabbau entgegen und schont gleichzeitig die Nieren, die bei ungeeigneten Eiweissquellen übermässig belastet werden. Besteht bereits eine Nierenunterfunktion muss die Eiweissmenge auf das nötige Minimum beschränkt werden, damit einer weitergehenden Schädigung der Nieren entgegengewirkt werden kann. Es ist hingegen nicht der Fall, dass das Verfüttern eines eiweissreduzierten Futters an gesunde Hunde einer Niereninsuffizienz vorbeugen kann.

Infolge der herabgesetzten Verdauungstätigkeit ist es ratsam, die Futterration des älteren Hundes auf zwei, drei oder sogar vier Portionen zu verteilen. Mit Wasser vermischt ist bereits ein Teil der Wasseraufnahme sichergestellt.
Aus den oben erwähnten Gründen ist es ratsam ein speziell für Senioren konzipiertes Futter zu gebrauchen oder wenn man selber kocht, anhand von Tabellen die Versorgung insbesondere mit Energie, Eiweiss und Vitaminen genau zu berechnen oder sie von einer Fachperson überprüfen zu lassen.

Chinesisch gesprochen ist die Milz zusammen mit dem Magen für die Verdauung zuständig. Es ist der Prozess der Energiegewinnung nach der Geburt. Um so besser der Funktionskreis Milz funktioniert, je weniger Energie muss von der Essenz (Jing) abgebaut werden. Je weniger Essenz (Jing) abgebaut wird, um so länger lebt man. Die Chinesen haben der Ernährung einen sehr hohen Stellenwert eingeräumt. Ein chinesischer Arzt sei nur gut, wenn er auch gut kochen könne, sagte das Sprichwort im alten China. So kam es auch dass die Diätetik (Ernährungslehre) genau wie die Akupunktur eine der fünf Fachrichtungen der Traditionellen Chinesischen Medizin geworden ist. Der Ernährung kann man eigentlich nie zuviel Beachtung schenken, und die vielen übergewichtigen Hunde auf unseren Strassen bestätigen das.

Frisches Wasser muss immer zugänglich sein. Trinkt der alte Hund zu wenig, kann man das Futter mit Wasser mischen, um die Aufnahme zu fördern. Trinkt der ältere Hund aber übermässig viel, so geschieht dies in den seltensten Fällen NUR aus Langeweile oder psychischer Senilität. In den meisten Fällen aber ist es ein erstes Anzeichen einer Krankheit. Nieren- oder Harnwegerkrankungen, auch hormonelle Störungen wie Diabetes oder Cushing (= Überproduktion von Cortison im Körper) kommen in Frage. Eine bakterielle Infektion der Gebärmutter kann ebenfalls Ursache von gesteigerter Wasseraufnahme sein. Die Ursachen sind sehr vielfältig. Ihre Folgen reichen von harmlos bis lebensbedrohlich und daher sind weiterer Abklärungen bei Ihrem Tierarzt unumgänglich, um die jeweils bestmögliche Therapie zu wählen. Akupunktur kann je nach Ursache sehr gut oder auch bloss unterstützend eingesetzt werden oder sie ist gänzlich ungeeignet wie zum Beispiel im Falle einer akuten Gebärmutterentzündung (Pyometra), bei welcher die Entfernung der Gebärmutter durch eine sofortige Operation die Therapie der Wahl darstellt.

 

Schlusswort

Abschliessend kann man sagen, dass es die Summe der vielen kleinen Änderungen in der Fütterung, Haltung und Pflege des alten Hundes ist, welche ein langes und erfülltes Leben ausmachen. Voraussetzungen sind natürlich Verständnis und Geduld seitens der Tierhalter gegenüber ihren Schützlingen das Alter mit seinen Begleiterscheinungen zu akzeptieren. Erst viele kleine Mosaiksteinchen ergeben zusammen ein harmonisches und farbiges Ganzes. Unsere hochstehende tiermedizinische Versorgung und die Komplementärmedizin wie zum Beispiel die Akupunktur sind zwei Teile vom ganzen Mosaik.

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Der alternde Hund
von Dr. med. vet. Carl Gormann

Wer sich noch ausführlicher über das Thema "alter Hund" informieren möchte, findet zum Beispiel in diesem Buch viele wertvolle Informationen. In gut verständlicher Sprache und gespickt mit wertvollen Tipps liefert der Autor eine Fülle an Informationen zu den folgenden Kapiteln: Alterserkrankungen, Verhaltensveränderungen, Übergewicht und Ernährung, Gestaltung des häuslichen Umfeldes, Auslauf und Bewegung, Allgemeine Pflege, Tierärztliche Betreuung, Erste Hilfe und Tod des Hundes. 

Kynos Verlag, ISBN 3-929545-63-2, Fr. 25.80

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 1/2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Janine Mühlherr
Tierärztin mit Spezialgebiet Akupunktur an der Tierklinik-Obergrund, Luzern
Tierklinik Obergrund
Schlossstrasse 11
6005 Luzern