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Die Analbeutel

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Bei den oben beschriebenen Beulen handelt es sich um die Analbeutel (nicht Analdrüsen). Normalerweise besitzen diese etwa haselnussgrossen Gebilde einen Durchmesser von etwa 12 bis 15 mm. Sie sind ringsum in eine dicke Schicht von Muskeln, Faszien (sehnenartige Muskelhaut) und Bindegewebe eingebettet. Von hinten das Tier betrachtend, liegen die Analbeutel bei etwa 8 respektive 4 Uhr. Sie besitzen jeweils einen engen und etwa 3.5 mm langen Ausführungsgang, der vom Analbeutel in die Hautaftergrenze mündet. Ausgekleidet sind die Analbeutel von Analbeuteldrüsen. Bei Kontraktion (Zusammenziehen) der ummantelnden Muskulatur, wie es bspw. bei jedem Kotabsatz erfolgen sollte, kann der Inhalt der Beutel entleert werden. Die Zusammensetzung dieses Sekrets besteht aus einer leicht fettigen Flüssigkeit sowie zerfallenen Zellen und duftet für uns Menschen eher unangenehm. Den meisten Hundehaltern dürfte dieser Duft bei einer Spontanentleerung in einer Stresssituation seines Vierbeiners schon mal nachhaltig in die Nasen gestiegen sein. Die Duftstoffe des Analbeutelsekrets dienen vermutlich zur Erkennung des Individuums und zur Individualmarkierung, sie haften dem abgesetzten Kot an. Die unter anderem vorliegenden Talgdrüsen im Innern des Analbeutels sollen zur Zeit der Brunst besonders gross sein.

 

Wieso können diese Analbeutel den Hund stören?

Wird dieses Analbeutelsekret nicht regelmässig durch den Kotabgang ausmassiert, kann es sich in seiner Zusammensetzung und Konsistenz verändern. Einerseits kommt es zu einer Eindickung. Dies führt dann häufig zu einer Verstopfung oder teilweisen Verlegung der Ausführungsgänge und somit zu einer Stauung der Beutel. Weiter resultiert eventuell ein entzündlicher und/oder infektiöser Prozess. Es kommt dann zu einer Verdickung der Beutelkapsel und zur Ansammlung von eitrigem Inhalt. Je nach Ausmass dieser Kaskade gehen diese Prozesse mit Schmerz und Fieber einher. Die betroffenen Tiere lassen sich dann kaum untersuchen, zeigen möglicherweise einen steifen Gang, klemmen die Rute zwischen die Hinterbeine, knurren, belecken und reiben sich, was nur eine Verschlechterung der Situation nach sich zieht. Es wird anhand dieses geschilderten Ablaufes auch ersichtlich, dass man von einem gewissen Ausmass an nicht mehr sagen kann, ob zuerst eine Entzündung, eine Infektion oder ein Stauung vorlag. Im Endstadium wird der Raum für das angesammelte veränderte Sekret zu eng. Zudem ist das Gewebe meist dermassen entzündlich strapaziert, dass die Beutel einreissen und ihr veränderter Inhalt ins umliegende Gewebe durchbrechen kann. Von aussen ist dies an den kraterartigen Wunden zu erkennen. Eine Infektion dieses stark veränderten Gewebes läuft dann parallel ab. Was aber der wirkliche Auslöser zur jeweiligen Analbeutelproblematik ist, kann sicherlich nicht in jedem Fall eindeutig gesagt werden. Sicherlich führt chronisch weicher oder gar flüssiger Kot zu einer verminderten Ausmassierung des Beutelsekrets. Häufig sind aber auch Hunde mit absolut normaler Kotkonsistenz betroffen. Bei diesen dürften eher entzündliche oder infektiöse Grundprobleme vorliegen.

Die Analbeutelanschoppung ist eine übermässige Ansammlung von Analbeutelsekret aufgrund einer Entzündung, einer Infektion oder einer Abflussstörung.

Ca. 10 % aller Hunde leiden an einer Entzündung ihrer Analbeutel. Natürlich in unterschiedlichem Ausmasse. Betroffen sind eigentlich alle Hunde, d. h. es spielen weder Alter, noch Geschlecht oder Rasse eine wesentliche Rolle. Kleine Rassen sind aber eher mehr vertreten. Manchmal geht dem Analbeutelproblem eine Geschichte von Durchfall mit vermehrtem Belecken der Analregion voraus. Eventuell kann auch ein anderes Kotabsatzverhalten wie Kotzwang beobachtet werden.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Angi Keiser-Semder
Tierklinik Obergrund
Schlossstr. 11, 6005 Luzern
www.tierklinik-obergrund.ch