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Analbeuteluntersuchung

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Damit nicht bei jedem Tier eine Analbeutelerkrankung im durchgebrochenen Stadium endet, gehört neben der Befragung des Besitzers ein rektales Abtasten zur genaueren Untersuchung. Durch das Einführen eines Fingers kann die Grösse, die Form und die Schmerzhaftigkeit beurteilt werden. Weiter kann der Analbeutel durch gezieltes Massieren ausgedrückt werden. Je nach Sekretdicke und je nach Verlagerungsgrad des Ausführungsganges ist das Ausdrücken jedoch nicht immer möglich.

Regelmässiges Abtasten und Ausdrücken der Analbeutel während einer Routineuntersuchung erlaubt eine Früherkennung einer Erkrankung.

 

Behandlung unkomplizierter Analbeutelprobleme

Nebst dem bereits erwähnten unkomplizierten manuellen Ausmassieren gibt es einige Hilfsmittel. Es wird evtl. unter leichter Sedation und Schmerztherapie vorsichtig eine Knopfkanüle (eine Art Nadel mit rundem, nicht verletzendem Vorderteil) in den Ausführungsgang eingeführt. Anschliessend instilliert man in den Analbeutel eine ölige, desinfizierende oder auch antibiotische Substanz mittels aufgesetzter Spritze. Nun kann das Sekret durch Massage mit der eingespritzten Flüssigkeit vermischt und letztlich ausgedrückt werden. Dieser Vorgang wird je nach Schweregrad mehrmals wiederholt.

 

Durchgebrochene Analbeutel

Bei langhaarigen Hunden kann auch ein bereits nach aussen durchgebrochener Analbeutel eine gewisse Zeit unerkannt bleiben. Erkennt man aber das Problem, wird es zuerst konservativ (Therapie ohne chirurgische Massnahmen) angegangen. Die entzündliche und meist auch infizierte Wundregion wird gereinigt und die Analbeutel werden wie oben beschrieben gespült. Diese Prozedur sollte mindestens unter Schmerztherapie, teilweise unter Anästhesie erfolgen. Nach dieser initialen Behandlung sollte eine Antibiotikum-, eine Schmerz- und entzündungshemmende Versorgung noch über mehrere Tage, die Antibiotikatherapie je nach Schweregrad, über einige Wochen erfolgen. Um weiteren Rückfällen vorzubeugen empfiehlt es sich, den Hunden während der Heilungsphase einen Halskragen anzulegen. Es kann mitunter Wochen dauern bis das betroffene Gewebe zugranuliert.

 

Chronische Analbeutelprobleme

Führt die medizinische Behandlung nur kurz- oder mittelfristig zum gewünschten Erfolg, sollte der Analbeutel chirurgisch entfernt werden. Mit dem chirurgischen Eingriff wird solange gewartet, bis die Entzündung resp. die Infektion der Analregion durch obige Therapie deutlich zurückgegangen ist. Insbesondere sollten keine Fisteln (Blindsäcke) mehr vorhanden sein. Bei betroffenen Hunden ist es empfehlenswert, gleich beide Analbeutel zu entfernen, selbst wenn zu diesem Zeitpunkt nur einer betroffen ist. Erfahrungsgemäss führt die andere Seite in absehbarer Zeit zu ähnlichen Problemen und dem Tier bleibt eine weitere Operation erspart.
Das Ziel der Chirurgie ist es, den Analbeutel vollständig zu entfernen. Die unmittelbare Nähe des Schliessmuskels und eines grossen Blutgefässes erfordert minutiöse Arbeit.
Der Erfolg einer Operation ist stark vom jeweiligen präoperativen Zustand des Gewebes abhängig, d. h. bei sehr chronischen Entzündungen mit bereits ausgeprägter Narbenbildung oder grossflächiger, tiefer Nekrose (Gewebszerstörung) kann nach der Chirurgie eine Kotinkontinenz (unkontrollierter Kotabgang) zurückbleiben. In der Regel verlaufen die Operationen jedoch komplikationslos, sodass die Tiere mit einem Halskragen, Antibiotika und evtl. einem Präparat zur Stuhlerweichung bald nach Hause entlassen werden können. Die Operationswunde muss täglich auf Menge des Wundsekrets, Narbenbildung mit Einschnürungen kontrolliert werden.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Angi Keiser-Semder
Tierklinik Obergrund
Schlossstr. 11, 6005 Luzern
www.tierklinik-obergrund.ch