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Der Verdauungsapparat

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Der Verdauungsapparat beginnt mit der Maulhöhle. Das Futter passiert dann den Rachen, um durch die enge Speiseröhre in den Magen zu gelangen. Nachdem die verwertbaren Substanzen im Dünn- und Dickdarm aufgenommen wurden, werden die vom Körper nicht brauchbaren Stoffe beim After wieder ausgeschieden.
Die Maulhöhle wird zum grössten Teil von der Zunge und den Zähnen ausgefüllt. Bei den Zähnen unterscheidet man die Schneidezähne (Incisivi), den Eckzahn (Caninus), die vorderen Backenzähne (Praemolaren) und die hinteren Backenzähne (Molaren). Bei den Milchzähnen, die mit etwa halbjährig gewechselt werden, gibt es noch keine Molaren. Der Eckzahn ist am schwierigsten zu behandeln und auch zu ziehen, da er gebogen ist und eine lange, gebogene Wurzel hat. Alle Backenzähne sind mehrwurzlige Zähne. Bei Hund und Katze setzt sich häufig, v.a. im Backenzahnbereich, wo der Ausführgang der Ohrspeicheldrüse mündet, Zahnstein an. Da starker Zahnstein Zahnfleischentzündungen nach sich ziehen kann und sogar soweit führen kann, dass das Tier die Nahrung verweigert, sollte der Zahnstein vom Tierarzt entfernt werden. Dazu ist jedoch eine Narkose erforderlich. Eine gute Prophylaxe ist das Verfüttern von Trockenfutter "Chügeli".

Bild Milchgebiss des heranwachsenden Hundes Abbildung 7:
Milchgebiss des heranwachsenden Hundes

In der linken und der rechten Hälfte sind oben und unten je 3 Schneidezähne (Jd 1-3), 1 Eckzahn (Cd) und 3 vordere Backenzähne (Pd 2-4) ausgebildet. Hintere Backenzähne gibt es erst im Erwachsenengebiss.

Bild Oberkiefer eines erwachsenen Hundes Abbildung 8:
Oberkiefer eines erwachsenen Hundes mit Sicht auf die Zahnwurzeln.

Beiderseits sind je 4 vordere und 2 hintere Backenzähne vorhanden.

Bild Unterkiefer eines erwachsenen Hundes Abbildung 9:
Unterkiefer eines erwachsenen Hundes mit Sicht auf die Zahnwurzeln.

In beiden Kieferhälften sind je 4 vordere und 3 hintere Backenzähne ausgebildet.

Der Magen des Hundes hat im ganzen Bereich Drüsenschleimhaut, das heisst es wird Salzsäure produziert, zur Eiweissverdauung. Chronisches Erbrechen kann durch ein Magengeschwür verursacht werden, was bei einer Magenspiegelung erkennbar wird.
Der Magen des Hundes ist sehr schlecht befestigt, vor allem bei grossen und flachbrüstigen Hunderassen kann er deshalb aufgasen und zu drehen beginnen. Eine Magendrehung ist ein absoluter Notfall!
Der 2-5 m lange Darm besteht grob aus Dünndarm und Dickdarm. Diese lassen sich nochmals unterteilen in Zwölffingerdarm, Leerdarm und Hüftdarm (alles Dünndärme) und in Blinddarm, Grimmdarm und Mastdarm (alles Dickdärme). Den Blinddarm als Wurmfortsatz, wie er bei uns Menschen ausgebildet ist, gibt es bei Hund und Katze nicht. Der Dünndarm ist sehr viel länger als der Dickdarm, in ihm werden die leichter verdaulichen Stoffe abgebaut und resorbiert. Im Dickdarm verweilt der Futterbrei länger, hier werden die schwerer verdaulichen Stoffe abgebaut und aufgenommen, ebenso wird dem Kot Wasser entzogen. Die für die Futteraufschlüsselung wichtigen Verdauungssäfte werden von den Drüsen der Darmschleimhaut, von der Bauchspeicheldrüse und von der Leber (Galle) produziert. In der Magen- und Darmschleimhaut hat es viele Nerven; Entzündungen und Blähungen sind deshalb sehr schmerzhaft.

Schema der Darmschlingen des Hundes Abbildung 10:
Schema der Darmschlingen des Hundes
A Magen E Blinddarm
B Zwölffingerdarm F - H Grimmdarm
C Leerdarm J Enddarm
D Hüftdarm    

Die Blutgefässe (schwarz) verlaufen im Aufhängeband des Darmes (grau).

Schräg unterhalb der Afteröffnung befinden sich die beiden Afterdrüsen oder Analbeutel. Sie geben dem Kot eine bestimmte Duftnote und dienen zur gegenseitigen Erkennung. Leider können diese Drüsen verstopfen und sich entzünden, was der Hund mit Schlittenfahren auf dem Hinterteil zeigt. Ihr Tierarzt kann dem Hund durch Ausdrücken der Analbeutel Linderung verschaffen.

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Dieser Artikel ist erschienen im Schweizer Hundemagazin Ausgaben 1/2002 und 2/2002
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Cornelia Z'berg