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Allergien: Atopische Dermatitis ein häufiges Hautproblem

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Behandlung

Im Moment stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Es ist wichtig, dass in den meisten Fällen der Hund sein ganzes Leben behandelt werden muss. Atopische Dermatitis ist in diesem Sinne keine Erkrankung, die man heilen kann, aber die man behandeln kann und „managen“ sollte.
Sehr wichtig ist dabei der Besitzer, weil er oder sie am besten das Verhalten des Hundes kennt und lernen kann, die „Hautsymptome zu lesen“. Die Besitzer können oft schon geringe Veränderungen wahrnehmen und er/sie weiss dann auch, wie zu reagieren ist.
Welche Therapie Mann/Frau wählt, ist abhängig von verschiedenen Faktoren: Dem Alter des Hundes, der Dauer der Juckreiz-„Saison“, den Testergebnissen des Intrakutantest/Blutuntersuchung, den Nebenwirkungen der Medikamente und auch die finanziellen Mittel spielen eine Rolle. Welche Methode Sie am Schluss wählen, müssen Sie mit Ihrem Tierarzt diskutieren. Es ist wichtig, dass jede Therapie individuell gestaltet wird. Die Erfahrung zeigt, dass nur dann die Erfolgsrate hoch ist. Ein Kochbuch gibt es nicht. Das Ziel jeder Behandlung ist eine „Balance“ zwischen einerseits Juckreiz und Hautentzündung und andererseits Menge der Medikamente, Nebenwirkungen, Kosten und Lebensqualität des Hundes.
Grob unterteilt man die Therapieformen in 4 Gruppen, die zum Teil kombiniert werden können oder sollen: 1. Elimination oder Reduktion der Allergene, 2. Immunotherapie (Hyposensibilisierung), 3. Medikamentelle Therapie und 4. unterstützende Massnahmen (Shampoo, essenzielle Fettsäuren, lokale Therapien etc).
Die beste Therapie wäre natürlich eine Elimination der Allergene aus der Umgebung des Hundes. Das ist leider selten möglich. Auch wenn kein Spannteppich mehr vorhanden ist, werden immer noch Hausstaubmilbenallergene vorhanden sein.

Sicher ist bei jungen Hunden die Immunotherapie (Hyposensibilisierung) die Methode, die zu bevorzugen ist, weil der Hund sonst ein langes Leben lang noch Medikamente braucht. Aber auch Hunde, die das ganze Jahr Hautprobleme haben und bei denen ein positives Testergebnis von der Blutuntersuchung oder vom Intrakutantest vorliegt, können von der Hyposensibilisierung profitieren.
Bei dieser Therapieform wird dem Hund in regelmässigen Abständen eine kleine Injektion unter die Haut gespritzt. Die Injektionslösung enthält die Allergene, auf die der Hund allergisch reagiert.

Diese Therapie hat kaum Nebenwirkungen. Ein Nachteil ist, dass sie nicht immer erfolgreich ist. Bei einer erfolgreichen Therapie braucht der Hund nur diese regelmässigen Injektionen, welche der Besitzer selbst geben kann, lebenslang oder für mindestens einige Jahren. Es gibt auch Hunde mit AD, deren Krankheit deutlich besser wird mit der Hyposensibilisierung,. Sie brauchen aber zeitweise doch zusätzlich Medikamente, die aber in geringeren Mengen und kürzerer Dauer angewendet werden.
Zu diesen Medikamenten gehören vor allem die Kortisone. Sie beispielsweise sind erfolgreich in der Behandlung der Hautentzündung und des Juckreizes, zeigen aber meistens Nebenwirkungen.
Sehr effektiv und weniger Nebenwirkungen hat ein neu entwickeltes Medikament. Leider ist es deutlich teurer, vor allem für grosse Hunde.
Häufig empfehlen Tierärzte auch regelmässiges Baden mit Medizinalshampoos. Einerseits reinigen diese Shampoos Fell und Haut und eliminieren Allergene, andererseits tragen sie zur Balance der Hautbakterien/Hefepilze bei.
Eine erfolgreiche Therapie besteht aus verschiedensten kleinen Bausteinen, die individuell auf den einzelnen Hund abgestimmt werden müssen, wie z. B. Allergenreduktion, spezielle Shampoos, abwechslungsreiche Umgebung, keine Flöhe, lokale Therapie, Einsatz von essenziellen Fettsäuren im Futter etc.
Bei Menschen gibt es Hinweise, dass auch die chinesische Kräutertherapie bei der AD hilfreich sein kann. Der Therapieerfolg einer solchen Behandlung wird beim Hund im Moment noch untersucht.

Atopische Dermatitis beim Hund ist ein häufiges Problem und eine Belastung für Patient und Besitzer. An unserer Abteilung versuchen wir daher mit Studien mehr über die Ursachen und Therapien herauszufinden. Vielleicht können wir in der Zukunft die Krankheit atopische Dermatitis nicht nur managen sondern auch heilen.

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorinnen:
Petra J. Roosje, DVM, PhD, DECVD
Silvia Ruefenacht, Dr. med. vet.
Abteilung Dermatologie
Departement klinische Veterinärmedizin
Universität Bern
Postfach 8466
3001 Bern
http://www.kkh.vetsuisse.unibe.ch/deutsch/Dermatologie.htm