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Systemische Krankheiten mit Ballenhyperkeratosen

Hepatokutanes Syndrom

Wie der Name bereits sagt (hepato = Leber, kutan = Haut), handelt es sich um eine Erkrankung sowohl von der Leber als auch von der Haut. Hunde, die an hepatokutanem Syndrom erkranken, sind in der Regel ältere Tiere von über 10 Jahren. Meist stehen die Haut- und Pfotenveränderungen im Vordergrund oder sind gar das einzige Symptom. Anzeichen für Leberversagen zeigen sich oft erst im späteren Verlauf der Krankheit. Es kommt einerseits zur massiven Ballenhyperkeratose, wie auch zur Entzündung von mechanisch stark beanspruchten Stellen wie Lippen, Ohrmuscheln, Ellenbogen, Fersen und Liegeschwielen. Die so genannten hyperkeratotischen Ballen neigen zu Rissen und Schrunden, die in der Folge mit Bakterien und Hefepilzen infiziert werden können.
Der Grund für die Hautveränderungen ist in der Regel eine anormale Leberfunktion oder in seltenen Fällen ein Bauchspeicheldrüsentumor. Die Ursache für die Leberveränderung ist oft unbekannt, sie wurde aber im Zusammenhang mit einigen Medikamenten (z.B. Phenobarbiturate, Goldimplantate) und Pilzgiften gesehen. Bei Hunden mit hepatokutanem Syndrom ist die Stoffwechselfunktion der Leber gestört. Es kommt zum vermehrten Abbau von Aminosäuren, den kleinsten Bausteinen von Eiweissen. Da die Haut sehr viel Eiweiss und damit Aminosäuren braucht, um ihre Funktion aufrechtzuerhalten, ist sie das erste Organ, welches durch diese Stoffwechselstörung betroffen ist. Es kommt zur Mangelernährung der Hautzellen und damit zu deren verfrühtem Absterben, was sich in der klinisch so stark ausgeprägten Hyperkeratose zeigt.
Die Diagnose kann anhand von Leber- und Bauchspeicheldrüse-Ultraschall, Blutuntersuchungen und Hautbiopsien gestellt werden. Die wöchentliche Behandlung mit intravenös gespritzten Aminosäuren, sowie eine Anpassung der Diät (reich an Protein, Fettsäuren und Zink) und die Behandlung von Folgeinfektionen können die Hautsymptome über mehrere Monate kontrollieren. Betroffene Hunde sterben innerhalb von ca. einem Jahr an Leberversagen. Ist die Ursache ein Bauchspeicheldrüsentumor und kann dieser operativ entfernt werden, sind Prognose und Überlebenszeit günstiger.

 

Zinkmangel-Dermatitis

Zink spielt bei verschiedenen biologischen Funktionen eine wichtige Rolle und ist unter anderem für den Aufbau der Haut ein wichtiger Faktor. Wir unterscheiden zwei Syndrome der Zinkmangel-Dermatitis:
Das Syndrom 1 ist ein genetischer Defekt, bei dem die Fähigkeit fehlt, Zink über den Darm aus der Nahrung aufzunehmen. Dieses Syndrom kommt ausschliesslich beim Siberian Husky, beim Alaskan Malamute, und beim Bullterrier vor. Betroffene Hunde entwickeln Hautsymptome, obwohl sie eine ausgewogene Diät erhalten. Die ersten Symptome erscheinen im frühen Erwachsenenalter (mit 1 bis 3 Jahren). Die Haut ist an mechanisch beanspruchten Stellen gerötet, später bilden sich Krusten und Schorf aus. In der Regel sind Maul, Lippen, Kinn, Augen, Ohren, Körperöffnungen und die Pfoten betroffen. In vielen Fällen ist auch das Fell betroffen, wird schuppig, fettig und verliert seinen Glanz. Therapeutisch reicht es meistens, vermehrt Zink zuzufüttern. In einigen Fällen ist jedoch nur noch die intravenöse Zinkgabe erfolgreich, da die Zinkaufnahme über den Darm vollständig fehlt.
Syndrom 2 ist bedingt durch einen absoluten oder relativen Zinkmangel im Futter. Es sind vorwiegend junge, schnell wachsende Hunde grosser Rassen betroffen, deren Diät entweder zu wenig Zink enthält oder versetzt ist mit hohen Calcium- und Vitaminmengen, oder grossen Mengen an pflanzlichen Bestandteilen, welche eine normale Zinkaufnahme beeinträchtigen und dadurch zu einem sog. relativen Zinkmangel führen. Eine genaue Untersuchung der Diätzusammensetzung und deren Anpassung genügt erfahrungsgemäss um die Symptome innerhalb von zwei bis sechs Wochen zum Verschwinden zu bringen. Bei schweren Fällen und um die Heilung zu beschleunigen, kann Zink beigefüttert werden bis die körpereigenen Reserven wieder aufgefüllt sind und sich die Haut normalisiert hat.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet Claudia S. Nett-Mettler
Diplomate American College of Veterinary Dermatology
Dermatologie und Allergologie für Tiere
c/o Tierärztliche Spezialistenklinik
Rothusstrasse 2
6331 Hünenberg
www.vetderm.ch
email: dr.nett@vetderm.ch