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Kinder sind stärker gefährdet als Erwachsene

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Knapp 300 Hausärztinnen und Hausärzte und rund 70 Spitäler erfassten zwischen September 2000 und August 2001 Fälle von Patienten, die die Arztpraxis bzw. das Spital wegen einer Hundebissverletzung aufsuchten. Insgesamt konnten so 667 Hundebissverletzungen ausgewertet werden. Aus den gesammelten Fällen liess sich hochrechnen, dass in der Schweiz jährlich etwa 13'000 Menschen wegen einer Hundebissverletzung beim Hausarzt oder im Spital behandelt werden. Diese Zahl scheint auf den ersten Blick hoch. Sie liegt aber im Bereich früherer Schätzungen und muss relativiert werden: Bei den Kindern, einer der Hauptrisikogruppen, sind bloss etwa 0.5%-1% aller Unfälle Hundebissunfälle. Insgesamt werden Kinder jedoch doppelt so häufig wegen einer Hundebissverletzung im Spital behandelt wie Erwachsene.

 

Klassische Situation: Kind wird beim Streicheln eines Hundes ins Gesicht gebissen

Oft werden Kinder im Kopfbereich verletzt: je kleiner die Kinder, desto grösser der Anteil Kopfverletzungen. Diese Tatsache leuchtet ein, wenn wir bedenken, dass Kinderkopf und Hundeschnauze auf gleicher Höhe liegen. In gut 60% der Fälle war es der Familienhund oder ein Hund aus der Bekanntschaft, der das Kind biss. Die Unfälle passierten häufig beim Spielen mit dem Hund, wenn das Kind einen Hund berührte oder einen schlafenden Hund streichelte. Diese Unfallsituationen waren nicht nur bei Unfällen mit bekannten, sondern auch bei Unfällen mit fremden Hunden typisch. Je kleiner die Kinder, desto grösser war der Anteil der Unfälle, denen eine direkte Kontaktaufnahme des Kindes mit dem Hund vorausging. Bei den unter 5-jährigen betrug dieser Anteil 82%.

 

Hauptrisikogruppe: Hundehalterinnen und Hundehalter

Erwachsene werden vor allem an den Gliedmassen, also an Armen, Händen und Beinen verletzt, wobei Verletzungen der Hände allgemein gravierendere Konsequenzen haben als andere. Etwas mehr als die Hälfte der Fälle passierte, wenn sich Personen in eine Hunderauferei einmischten (20%) oder bei alltäglichen Kontaktaufnahmen mit dem Hund wie spielen, streicheln, füttern, bürsten, aufheben, strafen usw. (33%). Die restlichen Unfälle (47%) beinhalteten Situationen ohne direkte Kontaktaufnahme mit dem Hund wie ein Areal betreten, am Hund vorbeigehen, -laufen, oder -fahren, wobei der beissende Hund meist frei und in Begleitung, nicht selten aber auch an der Leine oder vor einem Gebäude angebunden war. Auch Erwachsene wurden in mehr als der Hälfte der Fälle vom eigenen oder einem bekannten Hunden gebissen. Das grösste Risiko haben Hundehalterinnen und Hundehalter: Allein ihr Risiko vom eigenen Hund gebissen zu werden ist mehr als doppelt so gross wie das gesamte Risiko von Nichthundehaltern!

Bild Hündin mit Welpen Abbildung 1:
zu einer guten Kinderstube gehört für einen angehenden Familienhund das Aufwachsen mit der Hundemutter und den Geschwistern: Hier lernt der Welpe die Hundesprache und Rituale für eine erfolgreiche Kommunikation mit Hund und Mensch. Er erlernt Beisshemmung und Selbstkontrolle.

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Dieser Artikel ist erschienen im Schweizer Hundemagazin 8/2002
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. Ursula Horisberger