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Risikofaktor Rassetyp - Widersprüche zwischen Bildern von Hunden und Ansprüchen der Gesellschaft

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Es stellt sich die Frage, ob die hohen Ansprüche an einen gesellschaftstauglichen Hund nicht in Widerspruch stehen zum Bild des harten, unerschrockenen Wach- und Schutzhundes, das besonders für Hunde vom Typ Rottweiler, aber auch für Schäferhunde weiterhin tief verankert ist. Ein Widerspruch, der Bissverletzungen provozieren kann. Unsere Schweizer Sennenhunderassen wiederum werden nach wie vor zu einem grossen Teil als Hof- und Hütehunde gehalten: Es erstaunt nicht, dass sie überdurchschnittlich häufig fremde Menschen beissen, zum Beispiel wenn diese am Hof vorbeiwandern oder - joggen, und der Hofhund eigentlich nichts anderes tut, als seine ihm ursprünglich zugedachte Aufgabe zu erfüllen. Labrador und Golden Retriever wiederum werden uns in jeder Werbung als Spielgefährten der Kinder und Familienhunde par excellence präsentiert und zählen inzwischen zu den populärsten Hunden überhaupt. Innerhalb der Familie verursachen sie aber nicht weniger Unfälle als der Durchschnitt: Bedenklich stimmt dabei das Bild vom Plüschtier und Spielzeug für die Kinder, das dazu führen kann, dass Hunde wie Kinder Situationen ausgesetzt werden, in denen Unfälle vorprogrammiert sind. Dazu kommen die negativen Seiten von Modetrends: Werden Hunde Mode und lässt sich mit ihnen Geld verdienen sind Züchter nicht weit, die Hunde vermehren, ohne dass sie sich um Verhaltenseigenschaften der Hundeeltern, um Sozialisierung und gesunde Verhaltensentwicklung der Welpen oder um verantwortungsvolle Auswahl und Beratung der späteren Hundebesitzer kümmern.

Schema zum Rassetyp

Prävention: Zielgruppenspezifische Ausbildung und Information

Hundehalter, Kinder und ihre Eltern sowie Hundezüchter sind die wichtigsten Zielgruppen einer sinnvollen Prävention. Ausbildung und Information auf allen Stufen sind die wichtigsten Schritte in Richtung Verminderung von Hundebissverletzungen. Viele private Initiativen fanden in den letzten Monaten und Jahren zunehmende Beachtung: Welpenspielgruppen und Kurse für Halter und Hund müssen qualitativ und quantitativ weiter verbessert und gefördert werden. Broschüren und andere zielgruppenspezifische Medien können sich direkt mit Informationen an Risikogruppen wenden. Kurse für Kinder müssen weiterentwickelt werden und ein Einbau in den Lehrplan sollte angestrebt werden. Hundezüchter im weitesten Sinn, das heisst alle, die Welpen züchten, aufziehen und weitergeben, müssen für ihre grosse Verantwortung in Zusammenhang mit der Erzeugung von "gesellschaftstauglichen" Hunden sensibilisiert werden.

 

Neue Möglichkeiten mit dem revidierten Tierschutz- und Tierseuchengesetz

Auf Bundesebene vorgeschlagene Revisionen des Tierschutz- und des Tierseuchengesetzes könnten zusätzlich eine umfassende präventive Wirkung entfalten: Im Tierseuchengesetz wird eine Identifikation aller Hunde vorgeschlagen. In Zusammenhang mit einem zentralen Register, in welchem Halterdaten und Daten zu Meldungen betreffend Gefährlichkeit und die entsprechenden Beurteilungen mitregistriert werden, könnte so die Rückverfolgbarkeit von Problemhunden (und Problemhaltern) verbessert werden. Die geplante Revision des Tierschutzgesetzes wiederum soll zu wesentlich verbesserten gesetzlichen Grundlagen im Bereich der Ausbildung der Hundehalter und Hundeausbildner sowie der Hundezucht führen. So soll ein Verbot der Selektion nach Aggressionsmerkmalen möglich werden. Zudem soll ein Hundehalteverbot, das in einem Kanton ausgesprochen wurde, gesamtschweizerisch gelten.

 

Nützliche Links:

www.kleintiermedizin.ch/aggh: Arbeitsgruppe Gefährliche Hunde, Initiator der Studie über Hundebissverletzungen

www.bvet.admin.ch: Im Fokus: Die Studie über Hundebissverletzungen und die entsprechende Medienmitteilung des Bundesamtes für Veterinärwesen BVET, weitere Informationen zum Thema gefährliche Hunde; BVET-Magazin 1/02: Beissunfälle verhüten: Kinder lernen, mit Hunden umzugehen (PAB-CH)

Dieser Artikel ist erschienen im Schweizer Hundemagazin 8/2002
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. Ursula Horisberger