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Das Cauda equina-Syndrom

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Lässt sich eine Cauda equina-Erkrankung verhüten?

Da über die Entstehung der Erkrankung noch wenig bekannt ist, fehlen auch griffige Vorbeugungsmassnahmen. Es ist sicher sinnvoll, den lumbosakralen Übergang bei Jungtieren zu röntgen, die für eine Dienst- oder Sporthundekarriere vorgesehen sind (z. B. anlässlich des HD-Röntgens). Es gibt zwei Erkrankungen, die sich schon früh radiologisch erkennen lassen, noch bevor der Hund Symptome zeigt. Hunde, die einen so genannten Übergangs- oder Schaltwirbel am lumbosakralen Übergang aufweisen, sind für eine CEK prädisponiert. Unter einem Übergangswirbel versteht man einen Wirbel mit abnormaler Verbindung zum Becken und/oder zum Kreuzbein. Wieder ist es der Deutsche Schäferhund der besonders häufig von dieser Missbildung betroffen ist. Im Rahmen einer Disseration haben wir errechnet, dass das Risiko einer Cauda equina-Erkrankung bei Hunden mit einem Übergangswirbel um ein Achtfaches höher ist. Wir haben auch festgestellt, dass Hunde mit einem Übergangswirbel durchschnittlich 2 Jahre früher an einer CEK erkranken. Eine weitere Junghundeerkrankung, die bereits vor dem Auftreten von Beschwerden radiologisch erfasst werden kann, ist die Osteochondrosis dissecans (OCD) am Kreuzbein. Diese Wirbelsäulenerkrankung entsteht in der Folge von Wachstumsstörungen im Bereich des Bandscheibenknorpels. Knorpelstücke lösen sich vom Knochen des Wirbelknochens und können zu einer Kompression von Nerven führen.
Bei der Mehrheit der Hunde werden aber die Röntgenbilder im frühen Lebensalter unauffällig sein und trotzdem werden einige von ihnen eine CEK entwickeln. Es sind daher ganz eindeutig andere Methoden nötig, um potenzielle CEK-Patienten zu erkennen. Wenn die Krankheit tatsächlich vererbt wird (aufgrund der Erkrankungshäufigkeit bei Deutschen Schäferhunden bestehen bei dieser Rasse begründete Verdachtsmomente dafür), würde die Erkennung von Krankheitsträgern mit Hilfe eines Gentests (gibt es Erbfaktoren, die für die Krankheit verantwortlich sind?) oder einer Stammbaumanalyse (haben erkrankte Elterntiere gehäuft kranke Nachkommen?) eine ideale Möglichkeit bieten. Dies ist allerdings Zukunftsmusik und es sind grosse Datenmengen und Blutproben nötig, um überhaupt mit Entwicklung und Prüfung eines solchen Tests beginnen zu können. Vorderhand muss sich eine Prophylaxe auf das Aufwärmen der Hunde vor dem Einsatz von anspruchsvollen Trainingseinheiten und das anschliessende Auslaufen beschränken. Diese Massnahmen helfen zwar mit, den ganzen Bewegungsapparat zu schonen aber natürlich bieten sie keine Gewähr, dass der Hund von einem Cauda equina-Syndrom verschont bleibt.

 

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. Frank Steffen, Diplomate ECVN
Neurologie/Neurochirurgie
Departement für Kleintiere, Universität Zürich
Tierklinik Obergrund, Luzern