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Das Cauda equina-Syndrom

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Arkan, ein Deutscher Schäfer, ist ein Vollblut-Gebrauchshund. Beim Training für den Schutzdienst und bei Einsätzen als Polizeihund zeigt er durchwegs überdurchschnittliche Leistungen. Seine Freude an der Arbeit teilt er mit seinem Besitzer, der viel Zeit und Engagement in Arkans Erziehung und Ausbildung investiert hat. Eigentlich steht der Hund im Alter von knapp 6 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit. Doch seit einiger Zeit sind Probleme aufgetaucht, die seinem Besitzer Sorgen bereiten. Nach dem Training oder längeren Einsätzen zeigt Arkan eine nicht zu übersehende Mühe in den Kombi zu springen und die Treppe von der Garage in die Wohnung hochzusteigen. Anfangs war das Problem anderentags meist wieder vergessen und liess sich daher leicht verdrängen. Doch seit bei der Mannarbeit, beim Sprung nach dem Piqeur, dieses Aufjaulen und Anziehen des einen Hinterlaufs aufgetaucht ist, lässt sich nicht mehr ignorieren, dass Arkan an einem Problem leidet.

Aufgrund dieser Vorgeschichte besteht ein starker Verdacht, dass Arkan am so genannten Cauda equina-Syndrom leidet (Cauda equina Kompressionsyndrom CEK). Die mit Abstand häufigste Ursache für ein CEK, ist die degenerative lumbosakrale Stenose, an der gehäuft männliche Deutsche Schäferhunde mit einem Signalement wie Arkan erkranken. Schmerzen, die immer wieder beim Durchstrecken der Wirbelsäule auftreten, sind das Frühsymptom bei dieser Rückenerkrankung. Neben der degenerativen lumbosakralen Stenose gibt es andere Krankheiten, die ebenfalls zu den Symptomen eines CEK führen können. Dazu gehören eine angeborene Verengung des Spinalkanals (idiopathische Stenose), Missbildungen des lumbosakralen Übergangs, Frakturen und Luxationen, Entzündungen von Nerven und Wirbelknochen, Tumore und Infarkte in dieser Region. Durch verschiedene Artikel in der „Hunde-Presse“ und eigene leidvolle Erfahrungen sind vor allem Besitzer von Sport- und Arbeitshunden auf das Thema „Cauda equina“ sensibilisiert worden, und Fragen zu dieser Erkrankung werden immer häufiger gestellt. Vor allem Leute aus Kreisen der Schäferhunde-Züchter, Diensthundeführer und der Hundesportler wollen wissen, was zur Früherkennung und Verhütung des Cauda equina-Syndroms infolge einer degenerativen lumbosakralen Stenose getan werden kann.

Die Durchsicht der Veröffentlichungen zum Thema bestätigt, dass der Deutsche Schäferhund zahlenmässig die Liste der Patienten anführt. Allerdings kann das Problem auch jede andere Hunderasse betreffen und Rassen wie der Labrador und Golden Retriever sind im Patientengut des Autors ebenfalls häufig vertreten. In erster Linie sind es mittelgrosse und grosse Hunderassen, die von der Erkrankung betroffen sind. Der Körperbau lässt aber keine Schlüsse auf ein höheres Erkrankungsrisiko zu. Dass die stark gewinkelte Hinterhand und die abfallende Rückenlinie des Deutschen Schäferhundes die Entstehung der Krankheit begünstigen, trifft nicht zu.

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. Frank Steffen, Diplomate ECVN
Neurologie/Neurochirurgie
Departement für Kleintiere, Universität Zürich
Tierklinik Obergrund, Luzern