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Was man über die Entstehung von CMOP weiss

Nach wie vor weiss die versammelte Fachwelt wenig über die CMOP. Zunächst könnte man an Knochenkrebs glauben, denn die Wucherungen sehen wie Krebs aus und wachsen ebenso ungehemmt. Was hingegen nicht für Krebs spricht, ist die spontane Zurückbildung und das Auftreten bei sehr jungen Hunden.

Man darf sich auch fragen, weswegen die CMOP praktisch ausschliesslich am Unterkiefer auftritt. Die erhöhte Knochenaktivität im Zusammenhang mit dem Zahnwechsel, welcher meist im 5. bis 7. Monat stattfindet, könnte zur Auslösung führen. Dann müsste aber noch geklärt werden, weshalb am Oberkiefer kaum CMOP auftritt. Am wahrscheinlichsten sind jedoch die Theorien, wonach es sich entweder um eine Entgleisung des Nierenstoffwechsels oder um eine vererbte Krankheit handelt.

Die Niere filtert verschiedene Produkte aus dem Blut, produziert den Urin und führt einige Elektrolyte wieder in den Kreislauf zurück. Ein Defekt in der Filterfunktion der Niere respektiv ein Nicht-Ansprechen der Niere auf ein Hormon der Nebenschilddrüse kann dazu führen, dass der Phophatspiegel im Blut über das normale Mass ansteigen kann. Es ist bekannt, dass das Phosphat seinerseits in den Knochenstoffwechsel eingreift. Es senkt nämlich die Zahl der Knochen-abbauenden Eiweisse (Osteoklasten). Damit kann der Knochen junger Hunde ungehindert wachsen und die Strukturen wie bei einer CMOP annehmen.

Ahnenforschungen bei West Highland White Terriern haben ergeben, dass die betroffenen Hunde über einen oder mehrere gemeinsame Ahnen miteinander verwandt sind. Der Erbgang konnte teilweise aufgeklärt werden, ist vermutlich rezessiv und auf mehrere Gene abgestützt. Das Wort rezessiv bedeutet, dass ein Hund mit dem Trägergen keine CMOP bekommen muss. Nur wenn das Trägergen sowohl von der Mutter als auch vom Vater vererbt wurde, kommt die Krankheit zum Ausbruch. Es wird empfohlen, dass die betroffenen Hunde nicht zur Zucht zugelassen werden. Da gesunde West Highland White Terrier Träger der Erbinformation für CMOP sein können, sollten in betroffenen Hundestammbäumen die Junghunde systematisch mittels Röntgenbildern kontrolliert werden. Bei anderen Rassen als dem West Highland White Terrier wurde der Erbgang nicht weiter aufgeklärt.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 8/2006
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Daniel Koch, Dr. med. vet. ECVS
Koch&Bass Überweisungspraxis für Kleintiere
CH-8253 Diessenhofen
www.kochbass.ch