Kann eine Demodikose behandelt werden?
Die lokalisierte Form der Demodikose hat, sofern man sie überhaupt behandeln muss, eine gute Prognose. Die generalisierte Demodikose muss immer ernst genommen werden. Hunde, die jünger als ein Jahr sind und nicht zu den oben genannten bevorzugt befallenen Rassen gehören, können bis zu 50% der Fälle ohne Behandlung abheilen. Wichtig ist, bei der generalisierten Form nach einer Grundursache zu suchen, die das Immunsystem des Hundes so geschwächt hat, dass es überhaupt zum Ausbruch gekommen ist. Kann diese gefunden und behandelt werden, sind die Erfolgsaussichten für eine Behandlung viel grösser.
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Abbildung 7: Befall der Pfoten mit Demodex. |
Die einzige registrierte Behandlung für Demodikose beim Hund in der Schweiz ist die äussere Anwendung einer Lösung (Amitraz/Ectodex), die man alle 5-7 Tage anwenden muss und die nicht ausgespült werden darf. Zuvor soll der Hund lokal geschoren und mit einem Medizinalshampoo die Schuppen und Krusten sanft entfernt werden.
Zusätzlich wird eventuell auch eine dazugekommene bakterielle Hautinfektion mit Langzeit-Antibiotika behandelt.
Es gibt neuere und wirksamere Behandlungsmethoden, mit Medikamenten der Klasse der Avermectine und der Milbemycine, die eingegeben oder als Spritze verabreicht werden können. Diese Medikamente sind aber einerseits nicht offiziell für die Behandlung der Demodikose registriert, andererseits gibt es verschiedene Rassen wie Collie, Sheltie, Bobtail, Australian Shepherd und deren Mischlinge, welche einige dieser Medikamente sehr schlecht vertragen können.
So oder so ist es eine langwierige Behandlung, die Wochen oder Monate in Anspruch nehmen kann. Der Therapieerfolg liegt etwa bei 90%, aber trotz der neuen Behandlungsmethoden gibt es immer wieder Fälle, die rezidivieren. Der häufigste Grund für einen Misserfolg der Therapie ist eine unsachgemässe, inkonsequente oder zu früh abgesetzte Behandlung.
Dieser Artikel ist erschienen im Schweizer Hundemagazin 4/2002
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35
Autorin:
Dr. med. vet. Silvia Rüfenacht
Interdisziplinäre Dermatologie Einheit, Departement für Klinische Veterinärmedizin
Universität Bern, 3012 Bern
