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Tägliche Behandlung

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Die Behandlung eines diabeteskranken Tieres ist meist lebenslänglich und muss täglich erfolgen. Daher ist eine gewisse Anpassung des Lebensstils der Besitzerin oder des Besitzers notwendig.
Da die Bauchspeicheldrüse selbst nur ungenügend Insulin produziert, muss Insulin von aussen zugeführt werden, indem es unter die Haut gespritzt wird. Meistens werden sogenannte mittellang wirksame Insulinpräparate verwendet, die zweimal täglich im Abstand von etwa 12 Stunden gespritzt werden müssen. Die benötigte Insulinmenge hängt vom Körpergewicht des Hundes ab und wird in Einheiten (oder Units) angegeben. Für die Applikation von Insulin sind spezielle Spritzen erhältlich, die eine sehr genaue Dosierung ermöglichen (s. Abbildung 3). Die exakte Einhaltung der verordneten Menge ist von grosser Bedeutung, da eine Überdosierung zu einem lebensbedrohlichen Unterzucker führen kann. Manchmal kostet es eine gewisse Überwindung, seinem Tier Spritzen zu verabreichen. Die Tierärztin oder der Tierarzt wird hier unterstützend wirken und die Technik zeigen bzw. unter ihrer / seiner Anleitung üben lassen. Zuhause ist es am Anfang hilfreich, wenn man eine zweite Person bittet, den Hund während der Insulininjektion etwas abzulenken oder festzuhalten; die meisten Tiere wehren sich jedoch nicht, da sie die Injektion praktisch nicht spüren.

  Bild Aufziehen von Insulin in eine Insulinspritze Abbildung 3:
Aufziehen von Insulin in eine Insulinspritze. Eine kleine Lupe kann das korrekte Aufziehen erleichtern.

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Am Tierspital Zürich erhalten die Besitzer/innen diabetischer Tiere eine Broschüre mit den wichtigsten Informationen zum Diabetes mellitus.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Diabetesbehandlung ist die richtige Fütterung: Das Futter sollte immer die gleiche Zusammensetzung aufweisen, auf mindestens 2, besser 4 Tagesrationen aufgeteilt werden und immer zur gleichen Uhrzeit verabreicht werden. Da die Wirkung von Insulin bei Fettleibigkeit herabgesetzt ist, sollte bei übergewichtigen Patienten eine Gewichtsreduktion angestrebt werden. Hierzu können beispielsweise kommerziell erhältliche Diätfutter verwendet werden, einige von diesen enthalten einen erhöhten Rohfasergehalt, der zu einer verzögerten Nährstoffaufnahme aus dem Darm führt und für diabetische Patienten besonders gut geeignet ist.
Bei einem gut eingestellten Tier normalisieren sich Trinkmenge, Futteraufnahme und der Urinabsatz und das Körpergewicht bleibt konstant. Ist dies nicht der Fall, so muss die Behandlung überprüft werden. Es ist für die Tierärztin oder den Tierarzt sehr hilfreich, wenn die Besitzerin oder der Besitzer Aufzeichnungen über seine Beobachtungen und das Körpergewicht anfertigt und diese bei der nächsten Konsultation mitbringt. Da der Bedarf an Insulin schwanken kann, sind regelmässige tierärztliche Kontrollen notwendig. Dabei wird dann entweder nur der Nüchternblutzucker bestimmt oder es wird ein sogenanntes Blutzuckertagesprofil angefertigt. Für letzteres wird über den Tagesverlauf mehrfach die Blutzuckerkonzentration bestimmt, anhand der daraus resultierenden Blutzuckerkurve kann dann entschieden werden, ob der Hund eine andere Insulindosis, ein anderes Insulinpräparat oder eine Änderung hinsichtlich der Fütterung benötigt. Manche unserer Tierbesitzer/innen fertigen mit Hilfe einer neu entwickelten Technik zuhause selbst ein solches Blutzuckerprofil an (s. Abbildung 4). Wir erhalten die Aufzeichnungen dann per Fax oder Post und können gestützt darauf dann über eventuell notwendige Änderungen entscheiden.

  Bild Blutzuckerbestimmung am Ohr Abbildung 4:
Blutzuckerbestimmung am Ohr. Der Einstich erfolgt mit Hilfe einer kleinen Lanzette aus der Humanmedizin.

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  Bild Blutzuckerkurve Abbildung 5:
Beispiel einer von einem Hundebesitzer angefertigten Blutzuckerkurve. Das kleine "Exemplar" wurde in der Geldbörse mitgeführt, damit auch unterwegs Eintragungen gemacht werden konnten.

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Ein gut eingestellter Diabetiker kann über lange Zeit (Jahre) ein Leben mit guter Lebensqualität führen. Dies setzt voraus, dass die Behandlung sorgfältig durchgeführt wird, und dass die Therapie immer wieder überprüft und an den aktuellen Bedarf angepasst wird.

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Dieser Artikel ist erschienen im Schweizer Hundemagazin 7/1999
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Prof. Dr. Claudia Reusch
Klinik für Kleintiermedizin
Winterthurerstr. 260
8057 Zürich