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Welches sind prädisponierende Faktoren?

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Eine sehr wichtige Komponente bei der Auswahl des Welpen besteht in der Berücksichtigung der Genetik seiner Eltern bezüglich Ellbogendysplasie. Wie bereits oben erwähnt, ist die Gefahr, einen dysplasiegefährdeten Welpen zu kaufen, geringer, wenn die Eltern radiologisch keine Anzeichen einer Ellbogenveränderung aufweisen. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung des Ellbogengelenkes verkleinert sich, je mehr Ahnen dysplasiefrei sind. Deshalb ist es beim Kauf eines Welpen enorm wichtig, den Stammbaum der Eltern genau anzusehen und sich beim Züchter oder der Züchterin über allfällige Probleme bei den Ahnen zu informieren.
Während der Aufzucht eines Welpen muss der Fütterung ebenfalls eine wichtige Rolle zugeschrieben werden. An erster Stelle ist sicher die Futtermenge entscheidend. Ein Welpe muss in der Regel sein Futter gegen seine Geschwister verteidigen, wodurch er sehr hastig frisst. Wenn er nun bei seinen neuen Besitzern ist, wird er sein Fressverhalten vorläufig nicht ändern und weiterhin alles gierig fressen. Dies verleitet fast jede/n Welpenbesitzer/in dazu, dem jungen Wollknäuel noch mehr Futter hinzustellen. Schliesslich hat er schnell und alles gefressen, und hat somit sicher noch Hunger. Leider ist das ein Trugschluss, der dazu führt, dass viele Welpen zu dick werden. In der Folge muss der Welpe mehr Gewicht herumschleppen, als es seine Knochen und Gelenke ertragen. Deshalb ist auch beim Spielen und Herumtollen die Belastung der Gelenke und Wachstumszonen um ein Vielfaches höher als bei einem normalgewichtigen Welpen. Aus diesem Grund können sich folgende Probleme ergeben:

Aus diesen Gründen ist ein wohlgenährter Welpe sicher anfälliger auf Gelenkerkrankungen als ein vielleicht sogar etwas untergewichtiger Welpe.
Als optimale Fütterung für grossrassige Welpen empfehlen wir an unserer Klinik ein speziell für grosse Rassen angefertigtes Junghundefutter mit einem Zusatz von gelenkschonenden Substanzen. Die Futtermenge ist immer abhängig vom Futter, der Verdauung und der Bewegung des Welpen. Als Richtlinie ist die gute Tastbarkeit der Rippen anzusehen. Sind diese sichtbar, ist der Welpe eher zu mager, sind sie nicht mehr tastbar, ist der Welpe zu dick.
Als weitere mögliche Ursache einer Ellbogendysplasie muss sicher das Hinauf- und Hinunterrennen von Treppen in Betracht gezogen werden. Es ist eine grosse Belastung und erwiesenermassen schlecht für die jungen Gelenke, im Besonderen für die Ellbogen, wenn ein Welpe häufig Treppen runterrennt. Von Vorteil sind Treppenabsperrungen und Tragen des Welpen. Wird der Junghund zu gross und schwer zum Tragen, sollte er unbedingt die Treppen hinauf- und heruntergeführt werden. Somit verringert sich die abrupte Belastung des noch sehr weichen, jugendlichen Knorpels und Knochens, was zur Erhaltung der optimalen Gelenkstrukturen beiträgt. Auch Wanderungen sind genauso kritisch zu betrachten und aus der Sicht der Tierärztin/des Tierarztes nicht zu befürworten. Velofahren und Joggen sollte unterlassen werden, bis der Welpe circa 1-jährig ist, da auch dies zur Überbelastung des Bewegungsapparates führt.
Das Herumtollen mit Spielkameraden sollte auf keinen Fall unterbunden werden, da auf diese Weise das normale Sozialverhalten erlernt wird und sich der Welpe zurückziehen oder hinlegen kann, wenn es ihm zu bunt wird.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 8/2000
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. FVH Thomas Baumgartner
Tierklinik Sonnenhof AG, Derendingen