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Augenkrankheiten, die zur Erblindung führen können

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Hornhauterkrankungen

Im Folgenden werden drei verschiedene Arten von Hornhautentzündungen besprochen, die normalerweise zur Erkrankung beider Augen führen. Bei fehlender Behandlung wachsen Gefässe und Zellen in die Hornhaut ein und führen zur Trübung der Hornhäute, die das Sehvermögen stark beeinträchtigt.

 

Oberflächliche Hornhautentzündung („Schäferhundekeratitis“)

Die Krankheit tritt meist im Alter von 4 - 5 Jahren auf. Im Frühstadium wachsen Blutgefässe in die äussere Hälfte der Hornhaut ein, danach auch Entzündungs- und Pigmentzellen. Im Endstadium ist die gesamte Hornhautoberfläche mit Gefässen und Zellen durchwachsen und undurchsichtig. Starkes Sonnenlicht (im Sommer, in Regionen über 1000 m ü. M.) begünstigt die Entzündungsreaktion.
Schäferhunde und Schäferhundemischlinge sind am häufigsten betroffenen, daher die Bezeichnung „Schäferhundekeratitis“. Daneben wurde das Krankheitsbild auch beim Greyhound, Siberian Husky, Border Collie und Dackel beobachtet. Störungen des lokalen Abwehrsystems scheinen die Entzündungsreaktionen auszulösen.
Eine frühzeitige Behandlung mit entzündungshemmenden Augenmedikamenten kann normalerweise eine Erblindung verhindern. Eine Dauertherapie ist jedoch nötig.

 

Keratitis pigmentosa (Pigmentierte Hornhaut)

Bei dieser Hornhautentzündung steht die Pigmentierung der Hornhaut im Vordergrund. Betroffen sind vor allem sog. brachycephale Rassen wie der Mops, Shih Tzu und Pekingese. Neben chronischen Irritationen durch die Haare der Nasenfalten, Einrollen der Unterlider im Nasenbereich, ungenügendem Lidschluss und fehlwachsenden Wimpern scheint auch hier eine Störung des lokalen Immunsystems die Entzündung der Hornhaut zu begünstigen.
Eine Langzeitbehandlung mit Entzündungshemmern ist nötig, um das Pigment aufzulockern und Sehbeschwerden zu verhindern. Chirurgische Korrekturen der Lidstellung, Lidverkürzung und / oder Entfernung von fehlwachsenden Wimpern können die medikamentöse Behandlung unterstützen.

 

Keratitis sicca (trockenes Auge)

Beim trockenen Auge handelt es sich um eine mangelhafte Tränenproduktion. In den meisten Fällen werden die Tränendrüsen durch Entzündungsprozesse zerstört. Der Mangel an Tränenflüssigkeit führt zu chronischen Entzündungsreaktionen von Binde- und Hornhaut. Am häufigsten betroffen ist der English Cocker Spaniel, gefolgt vom West Highland White Terrier. Eine Rassenprädisposition scheint aber auch bei der Englischen Bulldogge und dem Yorkshire Terrier zu bestehen. Die Keratitis sicca tritt häufiger bei Hunden über 7 Jahren auf. Ciclosporin-Augensalbe kann vor allem im Frühstadium der Erkrankung die Tränensekretion erhöhen. Tränenersatzpräparate helfen mit die Reizung zu lindern und sollten mehrmals täglich angewendet werden. In chronischen, nicht kontrollierbaren Fällen wachsen Blutgefässe und Pigmentzellen in die Hornhaut und führen zu Sehbehinderungen. Bei therapieresistenten Fällen kann eine chirurgische Verlegung des Speicheldrüsenganges in die Augen vorgenommen werden.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Jürg Bolliger Diplomate ECVO
Fachtierarzt für Augenerkrankungen
BolligerTschuor AG, Fachtierärzte für Kleintiere
Kieferstrasse 2, CH-4665 Oftringen
www.bolligertschuor.ch