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Augenkrankheiten, die zur Erblindung führen können

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Erkrankungen der Linse

Die Linse bündelt die Lichtstrahlen. Trübungen der Linse (grauer Star) oder die Verlagerung der Linse (Linsenluxation) können unbehandelt zur Erblindung führen.

 

Linsenluxation (Linsenverlagerung)

Die Linsenverlagerung tritt vor allem bei Terrierrassen (Jack Russell Terrier, Deutscher Jagdterrier) auf. Es wird vermutet, dass die Fasern, welche die Linse hinter der Iris in Position halten, bei den betroffenen Hunden fehlerhaft entwickelt sind. Dies führt zu einem frühzeitigen Verlust der Haltefähigkeit im Alter von 3 - 5 Jahren. Normalerweise tritt die Linsenluxation beidseitig auf. Das zweite Auge erkrankt meistens innerhalb eines Jahres.
Die Verlagerung der Linse durch die Pupille in den vorderen Augenbereich führt zu einer Erhöhung des Augendrucks. Nur durch das rasche Entfernen der Linse besteht eine Chance, eine vollständige Erblindung zu verhindern.

 

Grauer Star (Katarakt)

Unter einem Katarakt versteht man jede Form von Trübung der Linse oder der Linsenkapsel. Linsentrübungen können durch Schädigungen während der Entwicklung, durch Verletzungen und Entzündungen, durch Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Netzhauterkrankungen verursacht werden. Eine erbliche Veranlagung ist häufig. Die Liste der betroffenen Rassen ist lang. Nur bei ausgedehnten und beidseitigen Linsentrübungen wird das Sehvermögen merklich eingeschränkt.
Die Operation einer getrübten Linse wird heute mittels so genannter Phakoemulsifikation durchgeführt. Dabei wird die Linse durch Ultraschallwellen in kleine Stücke zertrümmert und abgesaugt. Bei den Operationspatienten handelt es sich oftmals um ältere Hunde. Für einen chirurgischen Eingriff kommen Tiere mit gutem Allgemeinbefinden in Frage, bei denen Erkrankungen der Netzhaut (Netzhautablösung, Netzhautdegenerationen, Netzhautentzündungen) ausgeschlossen werden können.

 

Grüner Star (Glaukom)

Der Grüne Star ist eine Augenerkrankung, die mit einem erhöhten Augendruck zusammenhängt. Vom Primärglaukom, bei dem eine angeborene Veränderung des Abflusswinkels (Goniodysplasie) vorhanden ist, unterscheidet man das Sekundärglaukom, welches durch Entzündungen, Blutungen, Linsenverlagerungen und Tumore ausgelöst wird.
Bei verschiedenen Rassen besteht eine Disposition (Veranlagung) für einen angeboren veränderten Abflusswinkel. Ein Hund mit verändertem Kammerwinkel trägt ein erhöhtes Risiko, am Grünen Star zu erkranken.
Das Glaukom ist ein Notfall. Es tritt häufig akut auf. Die Bindehaut ist gerötet und die darunter liegenden Blutgefässe sind gestaut. Die Hornhaut ist getrübt und die Pupille weit geöffnet. Die befallenen Hunde zeigen unterschiedliche Schmerzanzeichen. Diese reichen von Blinzeln über Zukneifen der Lider bis zu reduziertem Allgemeinbefinden. Das Sehvermögen kann innert 2 - 3 Tagen vollständig zerstört sein. Die Behandlung des akuten Glaukoms wird mit drucksenkenden Medikamenten und chirurgischen Eingriffen durchgeführt. Der Langzeiterfolg ist oft frustrierend. Zu berücksichtigen ist das Partnerauge. Ein Druckanstieg ist auch in diesem Auge innert den folgenden 2 - 3 Jahren sehr wahrscheinlich. Ihm gilt es grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Regelmässige Augendruckkontrollen ermöglichen einen langsamen Druckanstieg frühzeitig zu erkennen und mit begleitender drucksenkender Behandlung das Sehvermögen möglichst lange zu erhalten.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Jürg Bolliger Diplomate ECVO
Fachtierarzt für Augenerkrankungen
BolligerTschuor AG, Fachtierärzte für Kleintiere
Kieferstrasse 2, CH-4665 Oftringen
www.bolligertschuor.ch