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Augenkrankheiten, die zur Erblindung führen können

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Netzhauterkrankungen

Beidseitige, ausgedehnte Netzhautveränderungen führen zur starken Einschränkung des Sehvermögens oder zur Erblindung. Krankheitsprozesse, die im Netzhautbereich ablaufen, sind nicht schmerzhaft und werden daher in den Anfangsstadien oft übersehen.

 

Netzhautentzündungen und Netzhautablösungen

Netzhaut und Aderhaut sind bei Entzündungen meistens gemeinsam betroffen. Ist die Iris als Bestandteil der Aderhaut bei der Entzündung mitbetroffen, sind Krankheitsanzeichen wie Rötung der Bindehaut, Trübung des Auges und Schmerzanzeichen (z. B. Zukneifen der Lider) zu beobachten. Ist die Entzündung nur auf den hinteren Augenbereich beschränkt, können von aussen sichtbare Anzeichen völlig fehlen.
Netzhautentzündungen können verschiedene Ursachen haben. Neben immunbedingten Störungen können Infektionen durch Viren (z. B. Staupe) und Bakterien, Blutparasiten (z. B. Ehrlichiose), Protozoen (z. B. Toxoplasmose, Leishmaniose) und Tumore (Lymphom) die Netzhaut schädigen. Mit dem raschen Erkennen des Problems und Einleiten einer spezifischen Behandlung kann je nach Grundursache das Sehvermögen erhalten werden.

 

Akute Netzhautdegeneration

Bei der akuten Netzhautdegeneration handelt es sich um eine Störung der Photorezeptoren, die zur plötzlichen Erblindung führt. Die Pupillen sind weit geöffnet und reagieren kaum mehr auf Lichteinfall. Diese Erkrankung kann bei allen Hunden vorkommen und tritt im mittleren bis höheren Alter auf. Die Ursache ist unbekannt. Eine Behandlung gibt es nicht. Veränderungen der Netzhaut werden erst nach Wochen oder Monaten nach dem Erblinden sichtbar.

 

Progressive Retinaatrophie (PRA)

Unter der PRA versteht man eine Gruppe von verschiedenen, erblichen Photorezeptorenerkrankungen, die normalerweise zur Erblindung des Patienten führen. Der Vererbungsmodus ist fast ausnahmslos autosomal rezessiv, d. h. beide Elternteile sind Träger des PRA-Gens.
Eine anfangs zunehmende Dämmerungsschwachsichtigkeit und Nachtblindheit führt mit fortschreitender Erkrankung zur Verschlechterung des Tagessehens und allmählicher Erblindung.
Beim Irish Setter, Collie und Zwergschnauzer gibt es eine Frühform dieser Erkrankung, bei der Netzhautveränderungen schon im Alter von wenigen Monaten beobachtet werden können. In Mitteleuropa wird jedoch am häufigsten die späte Form der PRA beobachtet, bei der Veränderungen erst mit 3 - 4 Jahren auftreten. Die Hunde erblinden mit 7 - 9 Jahren. Betroffene Rassen sind die Zwerg- und Mittelpudel, Cocker Spaniel, Entlebucher und Labrador Retriever, um nur einige Rassen zu nennen.
Anhand von Gentests, die bereits beim Welpen durchgeführt werden können, besteht heute die Möglichkeit, den PRA-Trägerstatus zu bestimmen .

 

Sehnervenentzündung

Beidseitige Sehnervenentzündungen führen ebenfalls zur akuten Erblindung. Die Pupillen sind weit und starr. Verschiedene infektiöse Ursachen sind neben immunbedingten Prozessen für diese Erkrankung bekannt. Die Behandlung richtet sich nach der Grundursache und wird mit Entzündungshemmern unterstützt.

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Jürg Bolliger Diplomate ECVO
Fachtierarzt für Augenerkrankungen
BolligerTschuor AG, Fachtierärzte für Kleintiere
Kieferstrasse 2, CH-4665 Oftringen
www.bolligertschuor.ch