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Erbrechen beim Hund – ein häufiges, aber nicht immer harmloses Symptom

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Wie wird das Erbrechen ausgelöst?

Die Steuerung des Erbrechens ist sehr komplex. Das Zentrum dieses Ereignisses befindet sich in einem spezialisierten Bereich des Gehirns, dem so genannten Brechzentrum. Dieses liegt in einem entwicklungsmässig alten Teil des zentralen Nervensystems, dem Nachhirn. Die Stimulation dieses Zentrums durch verschiedene Reize löst die ganze Kaskade des Erbrechens aus. Die wichtigsten Auslöser sind:

1. Reiz im Bereich der inneren Organe

Praktisch jedes Organ des Körpers, insbesondere aber die Organe der Bauchhöhle, besitzen Rezeptoren, welche das Brechzentrum anregen können. Erkrankungen des Magendarmtraktes, der Milz, Leber, Niere, Prostata usw. können sich mit Erbrechen bemerkbar machen. Vor allem Entzündungen (Schwellung) und mechanische Reize (z. B. Fremdkörper) oder bösartige Wucherungen (Krebs) können Erbrechen auslösen.

2. Störungen des Gleichgewichtzentrums

Das Gleichgewicht wird hauptsächlich vom Kleinhirn und Innenohr kontrolliert. Ein klassisches Beispiel für eine Störung des Gleichgewichts, das mit Übelkeit und Erbrechen einher gehen kann, ist die Reisekrankheit. Sicher haben schon viele Leser und Leserinnen bereits eigene Erfahrungen mit diesem Phänomen gemacht. Beim Hund, insbesondere bei Welpen, kann dies beispielsweise beim Auto fahren passieren. Entzündungen des Mittel- / Innenohrs oder des Kleinhirns, wie auch Durchblutungsstörungen oder Neoplasien (Krebs) in diesem Bereich können zum Erbrechen führen. Eine besondere Erkrankung, das so genannte Vestibulärsyndrom, eine Störung des Gleichgewichtzentrums, welches hauptsächlich bei älteren Tieren auftritt, kann ebenfalls Erbrechen verursachen.

3.Grosshirnerkrankungen

Obwohl es sich beim Erbrechen um einen Reflex handelt, hat das Grosshirn (verantwortlich für willentliche Handlungen) einen gewissen Einfluss auf das Brechzentrum. Ein typisches Beispiel dafür sind visuelle oder emotionale Wahrnehmungen, die das Erbrechen auslösen können. Beim Hund werden auch Epilepsiefälle vermutet, die sich nur mit Erbrechen bemerkbar machen (so genannte viszerale Epilepsie). Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen oder Hirnkrebs können ebenfalls Erbrechen auslösen.

4. Gifte (Toxine) und Stoffwechselstörungen

Zusammen mit den Erkrankungen der inneren Organe gehört diese Kategorie zu den häufigsten Ursachen für Erbrechen. Giftstoffe wie beispielsweise Schneckenkörner (Methaldehyd) oder verschiedene Medikamente (am häufigsten Antibiotika) und Gifte aus Stoffwechselstörungen wie Nierenversagen oder eine Nebennierenunterfunktion wirken auf eine Region im Gehirn, welche ihrerseits das Brechzentrum stimuliert und so zum Erbrechen führt. Das Gehirn selber ist von Natur aus extrem gut gegen äusserliche Einflüsse, Gifte und Medikamente geschützt. Verantwortlich dafür ist die so genannte Blut-Hirn-Schranke. In der erwähnten Region des Gehirns ist diese Schranke sehr wenig entwickelt, weshalb sich chemische Reize so auswirken können.

5. Reiz im Bereich des Rachens

Das beste Beispiel für diese Kategorie ist die berühmte Gewohnheit der alten Römer, sich nach Essorgien mit der Feder im eigenen Rachen zu kitzeln, um so erbrechen zu können und danach erneut zu essen. Beim Hund führen zum Beispiel Schwellungen der Lymphknoten oder der Speicheldrüsen im Rachen- / Halsbereich oder ein feststeckender Fremdkörper im Hals zum Erbrechen.

6. Andere Ursachen für Erbrechen

Verschiedene spezielle Lebensumstände können beim Hund zum Erbrechen führen, ohne dass dabei medizinische Hintergründe Anlass zur Sorge geben würden. Züchter beobachten bisweilen das Verhalten einer instinktsicheren Mutterhündin, Futter für ihre Welpen hervorzuwürgen. Manchmal reicht auch zu hastiges Herunterschlingen von Futter, um die Kaskade des Erbrechens auszulösen. Ebenfalls können sich Rüden nach der Paarung übergeben.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Kamil Tomsa
Diplomate European College of Veterinary Internal Medicine
Kleintierklinik Rigiplatz
Hünenbergerstrasse 4/6
6330 Cham
www.kleintierklinikrigiplatz.ch