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Die Todes- und Bestattungsrituale beim Verlust eines Tieres sind kein Phänomen unseres Jahrhunderts. Sie wurden bereits vor über 5'000 Jahren von den Ägyptern praktiziert und haben sich in verschiedenen Variationen - je nach Zivilisation - über die Jahrhunderte erhalten. Ein Beweis dafür, dass der Mensch nicht nur dem Leben, sondern auch dem Tod des Tieres stets eine grosse Bedeutung beigemessen hat.
Die westliche Gesellschaft verdrängt den Tod mit allen möglichen Tricks; es fällt ihr schwer ihm einen Platz im Leben einzuräumen. Alles, was mit dem Tod zu tun hat, wird totgeschwiegen. Es fällt schwer über den Tod zu sprechen. Es schickt sich nicht, über den Tod seines Hundes traurig zu sein. Noch schwieriger ist es über Euthanasie zu sprechen. Es gehört sich nicht aus der Euthanasie seines Tieres eine Gewissensfrage zu machen. Bestenfalls darf man die Gefühle für sich behalten.
Manche machen sich über die Einäscherung oder die Bestattung von Hunden lustig oder belächeln sogar den Schmerz, den der Tod eines Haustieres bei seinem Besitzer verursacht. Damit wird eine Realität verleugnet. Der Schmerz beim Verlust eines geliebten Wesens, auch wenn es sich "nur" um einen Hund handelt, darf nicht totgeschwiegen werden.

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 7/2002
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Colette Pillonel, dipl. Verhaltensmedizinerin E.N.V.F.
Bundesamt für Veterinärwesen, Bereich Kommunikation
Schwarzenburgstrasse 161
3003 Bern