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Frage 1: Nachhandschwäche

Bei unserem Hund wird immer mal wieder von Nachhandschwäche gesprochen. Was ist damit wirklich gemeint? Es handelt sich um einen 6-jährig kastrierten Deutschen Schäferrüden. Sein Gang wirkt hinten ab und zu etwas unsicher und manchmal zieht er die Pfoten so komisch nach. In letzter Zeit springt er nicht mehr so spritzig ins Auto rein, sondern nur noch zögerlich. Ansonsten hatte und hat er keine Probleme.

Antwort:

Nachhandschwäche ist beschreibend, sagt aber nichts über die Ursache. Alle am Bewegungsapparat der Hinter-, oder auch als Nachhand bezeichnet, beteiligten Strukturen müssen untersucht werden. Gestützt auf Erfahrungswerte ist beim Deutschen Schäferhund mittleren Alters das Augenmerk auf zwei Hauptursachen zu richten. Eine fortschreitende Hüftgelenksveränderung (Dysplasie) muss immer in Betracht gezogen werden. Hierbei können eventuell in jüngeren Jahren bereits durchgeführte Röntgenaufnahmen Hinweise liefern. Abgesehen von Hüftbeschwerden sind Rückenprobleme eine der bedeutendsten Gründe für Nachhandschwäche.
In der einleitenden Frage sind genau die typischen vorgeschichtlichen Beobachtungen wie zögerliches Springen bis zur Verweigerung von Sprüngen oder Streifen der Pfoten und Schwanken des Hinterteils beschrieben. Weiter können Schwäche bis zu Lähmungen im fortgeschrittenen Stadium beobachtet werden.
Verursacht werden diese neurologischen Störungen durch einen Druck der Bandscheibe im Übergang von Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein. Dies ist eine Folge von degenerativen Veränderungen der beteiligten Wirbelsäulenstrukturen. Nebst der klinischen Diagnose durch einen Spezialisten, kann der Befund und die genaue Lokalisation der Veränderung mittels Kontraststudie röntgenologisch oder in unklaren Fällen mit einer Magnetresonanzuntersuchung (MRI) eruiert werden.
Entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente führen v. a. anfänglich meist zu einer Verbesserung der Symptome. Bei bereits starken Symptomen, Schmerzen und/oder neurologischen Störungen, oder in chronisch fortgeschrittenen Stadien kann nach genauer Lokalisation mit einer operativen Intervention durch einen Neurochirurgen langfristig mit guter Prognose geholfen werden.

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Dieser Artikel ist erschienen in den Hundemagazinen 5/2008 und 6/2008
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. M. Keiser
Tierklinik Obergrund
Schlossstr. 11
CH-6005 Luzern