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Frage 2: Fuchsbandwurm

Unsere Familie, zwei Erwachsene und zwei Kleinkinder  inklusive Hund, wohnen auf dem Lande. Unser Garten ist mit einem Zaun und einer Naturhecke von der Strasse und landwirtschaftlich genutzten Gründflächen abgetrennt. Nun haben wir aber vermehrt einen Fuchs auf unserem Gartensitzplatz beobachtet. Jetzt haben wir auch schon Kot entdeckt! Wir sind verunsichert und machen uns Sorgen wegen dem Fuchsbandwurm. Wie können wir uns vor dem Fuchs schützen und was müssen wir tun, damit er nicht mehr auf unseren Platz kommt?

Antwort:

Der Fuchs war und bleibt ein Begleiter des Menschen. Ob auf dem Lande oder in der Stadt, wo immer sich die Gelegenheit bietet, leben auch Füchse. So ist es nicht ungewöhnlich, dass man mitten in einer Stadt nachts einem Fuchs näher kommt, als in der freien Wildbahn. Um dem Fuchs zu entgehen oder den möglichen Kontakt zu vermeiden, müsste man technisch massive Anstrengungen unternehmen. Denn für den listigen Fuchs ist kaum ein Hindernis unüberwindbar. Diese Tatsache beschäftigt die Menschheit seit jeher in Fabeln und Geschichten und jedes Kind lernt; „Fuchs du hast die Gans gestohlen“. Also werden weder Zaun noch Hecken Füchse kaum von ihrem Spiel- und Jagdtrieb in fremden Gärten abhalten. Selbst ein immer draussen gehaltener Wachhund wird das Eindringen des Fuchses nicht gänzlich unterbinden können. Als wirklicher Schutz muss eine absolut fuchssichere Umzäunung in Betracht gezogen werden. Tür und Tor müssen schlupfsicher sein. Nebst den sehr aufwändigen baulichen Massnahme und den beträchtlichen Kosten ein fast unrealistisches Unterfangen.

Ist der Fuchsbandwurm aber wirklich so schlimm für uns Menschen, dass ein solcher Hochsicherheitstrakt gerechtfertigt ist?
Jährlich werden in der Schweiz 5 bis 10 neue Fälle von Fuchsbandwurm (= alveoläre Echinokokkose des Menschen) diagnostiziert. Über die im Kot von Füchsen ausgeschiedenen Wurmeiern (bis zu 50 % der Fuchspopulation ist Träger des Bandwurmes) kann sich der Mensch infizieren. Die Larvenstadien befallen dann vorwiegend die Leber. Die eher unspezifischen Krankheitssymptome wie Bauchschmerzen treten erst Jahre später auf. Die diagnostizierte Krankheit kann in den meisten Fällen durch chirurgische Eingriffe und medikamentöse Therapien gut kontrolliert werden. So weit muss es allerdings nicht kommen! Als grundlegende Vorsichtsmassnahmen gelten: In Bodennähe wachsende Früchte und Gemüse sowie Fallobst sind vor dem Verzehr gründlich zu waschen oder gar zu kochen (Tiefgefrieren tötet die Eier nicht ab) – die Hände sind nach Gartenarbeiten immer gründlich zu waschen.
Die gesammelten Daten und deren Erkenntnisse der letzten Jahre zeigen, dass die Infektionsrate stabil bleibt. Ein vernünftiger Umgang mit der Natur unter Einhaltung der oben beschriebenen Hygienemassnahmen im eigenen Garten, aber v. a. auch im Freien birgt also ein minimales Risiko einer Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm.

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Dieser Artikel ist erschienen in den Hundemagazinen 5/2008 und 6/2008
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. M. Keiser
Tierklinik Obergrund
Schlossstr. 11
CH-6005 Luzern