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Frage 3: Scheren des Fells und Hautprobleme

Mein Mischlingshund ist sehr zottelig. Er verliert recht viele Haare. Er bringt Schmutz, der ihm an den Beinen klebt ins Haus und im Sommer ist es ihm mit seiner „Wolle“ nicht mehr wohl. Daher habe ich ihn schon das zweite Mal geschoren. Aber letzten Herbst sind seine Haare kaum mehr richtig nachgewachsen. Daher meine Frage: friert er im Winter und was kann ich für das Haarwachstum tun?

Antwort:

Zuerst die Antwort zum Thema Frieren. Auch Hunde können frieren. Selbst nicht geschorene Hunde mit kurzen Haaren und feinem Fell sieht man in der kalten Jahreszeit auch mal schlotternd da stehen.

Haare als Bestanteil der Haut müssen im Zusammenhang mit dieser betrachtet und untersucht werden. Daher wird künftig in diesem Text die Rede von Hautproblemen sein. Im Weiteren erlaube ich mir, hauptsächlich von den häufigsten und zur einleitenden Frage passenden Erkrankungen mit „Haarwachstumsstörungen“ zu sprechen. Denn die Haut ist nicht nur das grösste Organ des Körpers sondern auch das mit der grössten Vielfalt von Krankheiten. Als Spiegel des Körpers sind nebst primären Hautveränderungen auch von anderen Organen ausgehende Störungen sekundär in der Haut sichtbar. So steht die Haut häufig stellvertretend für die des Körpers. Weicht das Haarkleid oder/und Haut von der Norm ab, wird dies schneller wahrgenommen, als beispielsweise Herzprobleme und es erzeugt auch schneller Eckel und Angst vor einer schlimmen und ansteckenden Krankheit.

Im Vorfeld der Suche nach einer Ursache liefern meist Alter, Geschlecht und Rasse des Patienten schon Hinweise. So findet man zum Beispiel beim Dackel ab und zu eine rassetypische Haarlosigkeit mit Schwarzverfärbung der Haut schon im jungen Alter. Weiter beeinflussen Hormone Haut und Haar. Diese Krankheiten trifft man dann eher beim mittelalterlichen bis älteren Hund an. So kann es sowohl bei Über- wie auch Unterproduktion von Sexualhormonen bei Hündinnen und Rüden zu haarlosen Stellen mit Hautveränderungen kommen. Aber auch Hormone der Nebenniere und der Schilddrüse bewirken in einer pathologischen Menge Störungen von Haut und Haar. Man findet natürlich noch zahlreiche andere Krankheiten, die letztlich häufig mit schütterem Haarkleid und reduziertem Haarwachstum enden.

Ohne die Ursache für kürzere Haare zu kennen, kann also keine Pauschal-Empfehlung in therapeutischer Hinsicht abgegeben werden. Es empfiehlt sich der Gang zu einem Dermatologen. Allerdings selbst mit klarer Diagnose kann der gewünschte Haarwuchs trotz Therapie unter den Erwartungen oder gar ausbleiben.

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Dieser Artikel ist erschienen in den Hundemagazinen 5/2008 und 6/2008
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. M. Keiser
Tierklinik Obergrund
Schlossstr. 11
CH-6005 Luzern