Home

Allgemeines

Auswahlseite Hunde

Fragen

Einleitung

Nachhandschwäche

Fuchsbandwurm

Scheren des Fells und Hautprobleme

Der Hund verliert tropfenweise Urin

Trotz Zwingerhusten-Impfung erkrankt?

Auswahlseite Katzen

Kontakt

Suche

Das Wohlbefinden meines Tieres liegt mir am Herzen

Was ich schon immer fragen wollte!

vorherige Seite

Frage 4: Der Hund verliert tropfenweise Urin

Wir möchten nicht, dass unser Hund leidet. Aber seit einigen Wochen verliert er tropfenweise Urin. Verschieden Antibiotika haben nichts gebracht. Kann man da helfen oder muss unser Hund damit leben. Wir lieben unseren 7-jährigen Collierüden über alles. Aber wenn er weiter tröpfelt, wissen wir nicht, ob er leidet.

Antwort:

Sowohl der Leidensdruck (Schmerz) wie auch die Prognose können nicht anhand vom Befund des „Tröpfelns“ ohne den Patienten gesehen und untersucht zu haben, definiert werden. Dies wäre fahrlässig und dem Hund gegenüber in keiner Weise vertretbar. Und letztlich soll primär anhand der Lebensqualität eines Patienten über Sein oder nicht Sein entschieden werden. Um genauere Aussagen machen zu können, bedarf es einer Diagnose. Diese ist auch Voraussetzung für eine adäquate Therapie.

Welche Krankheiten können also dem „Tröpfeln“ (Harnträufeln) zugeordnet werden?

Bei unkontrolliertem Harnabsatz wegen eines reduzierten Blasenschlusses resultiert eine echte Inkontinenz, die je nach Schweregrad von Tröpfeln bis massivem Urinverlust begleitet sein kann. Das Gegenteil, ein teilweiser Verschluss der Harnröhre, durch mögliche Blasensteine verursacht, führt ebenfalls zu phasenweise unkontrolliertem Träufeln. Einen ähnlichen Effekt bewirken Harnwegstumore oder sowohl gut- wie auch bösartige Vergrösserungen der Prostata. Weiter manifestieren sich Störungen der Nerven und Muskelaktionen im Harnwegsapparat ebenfalls in manchen Fällen ähnlich. Harnträufeln kann aber auch die Folge einer erhöhten Harnproduktion wie bei Nierenproblemen oder Diabetes sein. Die Blase füllt sich schneller und der Patient hat Mühe diesem gesteigerten Druck permanent Stand zu halten und wird zu einer Art Bettnässer.

Während eine echte Inkontinenz keinen Einfluss auf die Lebensqualität und deren Dauer eines Rüden haben muss, kann ein Tumor in den ableitenden Harnwegen hingegen Lebens limitierend sein.

Um den wirklichen Grund für den gestörten Harnabsatz herauszufinden, kommen jetzt weiterführende Untersuchungen wie Harn- und Blutanalyse, Röntgen- oder Ultraschalldiagnostik zum tragen. Beim primär inkontinenten Rüden zum Beispiel werden die Befunde unauffällig sein und beim Harnröhrenstein wird das Röntgenbild Licht ins Dunkle bringen.

Erst die Verbindung der Vorgeschichte, der Symptome zusammen mit den Befunden führen über die Diagnose zu einer meist vertretbaren Aussage über Schmerz bis hin zur Prognose. Trotz Diagnose und Therapie unterliegen die Heilungserfolge immer noch individuellen Schwankungen.

nächste Seite

Dieser Artikel ist erschienen in den Hundemagazinen 5/2008 und 6/2008
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. M. Keiser
Tierklinik Obergrund
Schlossstr. 11
CH-6005 Luzern