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Frage 5: Trotz Zwingerhusten-Impfung erkrankt?

Ich habe eine 3-jährige Mischlingshündin, die regelmässig geimpft und entwurmt wird. Neulich hatte sie einen Husten, der sich anhörte, als ob sie sich verschluckt hätte oder als ob etwas im Hals stecken geblieben sei. Ich suchte meinen Tierarzt auf. Er stellte nichts Besonderes fest. Die Mandeln seien vergrössert und es könnte ein Zwingerhusten sein. Aber ich impfe doch gegen diesen Husten ...

Antwort:

Ja – es kann sich trotz Impfung durchaus um einen Zwingerhusten handeln.

Hauptsymptom beim Zwingerhusten ist ein akut auftretender Reiz/Würghusten, der vor allem bei Aufregung und Zug am Halsband verstärkt hervorgerufen wird. Typischerweise hatten betroffene Tiere vorgängig Kontakt mit anderen Hunden (Hundesport, Tierheimaufenthalt). Meist befinden sich die Hunde in einem guten, unauffälligen Allgemeinzustand. Ganz selten resultiert eine Folgeerkrankung wie Lungenentzündung.

Der Zwingerhusten ist eine Erkrankung, die primär durch Viren verursacht wird und sekundär durch Bakterien verstärkt werden kann. Daher spricht man auch häufig vom Zwingerhustenkomplex. Die Krankheit ist hoch ansteckend und wird über die Atemwege mittels Tröpfchen übertragen. Die Inkubationszeit variiert je nach Erregerspektrum zwischen wenigen Tagen bis einem Monat.

Die Diagnosestellung beruht meist auf den typischen Symptomen. Da es sich um eine hoch ansteckende Krankheit handelt, sind je nach Infektionsdruck in einer bestimmten Region viele Hunde betroffen. So können in dieser Zeit pro Tag mehrere Hunde mit den typischen Zwingerhustenbefunden einem Tierarzt vorgestellt werden.

Trotz der hohen Ansteckung und den verschiedenen beteiligten Erregern verläuft die Krankheit meistens harmlos und kann sogar nach ca. 14 Tagen spontan abheilen. Eine Therapie basiert daher auf dem Schweregrad der Symptome, dem Alter und Zustand des Patienten. Es kommen Medikamente zur Schleimlösung, zur Hustenunterdrückung und ev. Antibiotika zum Einsatz. Letztere zur Verhinderung von Sekundärinfektionen und Vorbeugung bakterieller Lungenentzündungen.

Betroffene Tiere sollen bewegt, aber nicht übermässig belastet werden. Zwingend zu vermeiden ist der Kontakt mit anderen Hunden wegen der hohen Ansteckung. Es gilt also Hundesportplätzen und Tierheimen fern zu bleiben.

Prophylaktisch sollte der Kontakt mit erkrankten Tieren gemieden werden und die Tröpfchenübertragung mittels kontaminierter Gegenstände ist zu verhindern. Weiter kann zusätzlich nebst dem in der normalen Kombinationsimpfung enthaltene Wirkstoff gegen Zwingerhusten ein in die Nase zu verabreichender Impfstoff appliziert werden. Dieser „Nasenimpfstoff“ kann sehr kurzfristig (2 Tage vor möglicher Ansteckung) angewendet werden und ist eine gute Ergänzung zur konventionellen Impfung, da er eine andere Komponente des Zwingerhustenkomplexes beinhaltet. Ein geimpfter Hund kann aber trotzdem eine Infektion durchmachen. Die Symptome können dabei ausbleiben oder aber sicherlich weniger ausgeprägt ausfallen.

Wir hoffen Ihnen mit solchen Informationen zu Themen, die uns eigentlich täglich im Zusammenleben mit unseren Vierbeinern begleiten, das eine oder andere Aha! zu entlocken. Wir versuchen weiterhin Ihren Fragen nachzukommen. Möchten aber auch darauf hinweisen, dass online weder Diagnosen gestellt noch Therapien verschrieben werden können. Dazu braucht es nebst Ihren Informationen eine erweiterte Erfragung und die klinische Untersuchung am betroffenen Tier. Und dies passiert bei Ihrem Tierarzt vor Ort.
M. Keiser

Dieser Artikel ist erschienen in den Hundemagazinen 5/2008 und 6/2008
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. M. Keiser
Tierklinik Obergrund
Schlossstr. 11
CH-6005 Luzern