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Was kann man gegen die Inkontinenz tun?

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Je nach den eingangs erwähnten Ursachen wird unterschiedlich therapiert.
Bei einer neurologischen Ursache ist eine genaue Abklärung nötig, um das Ausmass der Nervenschädigungen abzuschätzen.
Angeborene Missbildungen müssen in der Regel operativ korrigiert werden, wodurch das Problem des Harnträufelns nach einiger Zeit von selbst verschwindet oder mit Medikamenten unter Kontrolle gebracht werden kann.
Bei der kastrationsbedingten Inkontinenz ist das Ziel einer Behandlung die Unterstützung und somit Verbesserung der Verschlussfunktion der Harnröhre. Dazu bieten sich konservative und chirurgische Behandlungsmethoden an.
Bei der konservativen Behandlung werden der Hündin täglich Medikamente verabreicht, welche direkt auf die Harnröhrenwand wirken und dadurch deren Verschluss verbessern. Die Mehrheit der betroffenen Hündinnen werden durch diese medikamentelle Behandlung kontinent.
Wenn diese Therapie nur teilweise oder gar nicht erfolgreich ist, oder wenn die Hunde mit starken Nebenwirkungen (v.a. Verhaltensänderungen wie Rastlosigkeit oder Aggressivität) reagieren, kann eine chirurgische Behandlungsmethode in Betracht gezogen werden.
Bei der chirurgischen Behandlungsmethode geht es darum, Kollagen in die Wand der Harnröhre zu injizieren. Kollagen ist ein hoch gereinigtes Rindereiweiss, das auch in der Humanmedizin Anwendung findet.
Um diese Injektion vornehmen zu können, muss die Hündin in Vollnarkose gelegt werden. Ein Endoskop wird via äussere Harnröhrenmündung eingeführt und an drei verschiedenen Stellen wird Kollagen unter die Schleimhaut der Harnröhre gespritzt. An den Injektionsstellen kommt es zu kissenartigen Vorwölbungen, welche die Verschlussfunktion der Harnröhre verbessern (Abbildung 2). Mit dieser Methode wurden bisher gute Erfolge erzielt; knapp 60% der operierten Hündinnen waren nach einer einmaligen Injektion kontinent, bei einigen wenigen wurde eine weitere Injektion nötig. Die Gewebeverträglichkeit des Kollagens ist ausserordentlich gut. Postoperative Komplikationen werden nicht beobachtet. Leider ist das Kollagen und damit auch die Behandlung relativ teuer.

  Bild endoskopische Injektion von Kollagen in die Harnröhrenwand Abbildung 2:
Endoskopische Injektion von Kollagen in die Harnröhrenwand

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 2/2000
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
med. vet. Nicole Stöcklin-Gautschi
Kantonales Tierspital Zürich
Kleintierfortpflanzung
Winterthurerstr. 260
8057 Zürich