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Harnsteine beim Hund

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Wie entsteht ein Harnstein?

Die Bildung eines Steines in den Harnwegen erfolgt in zwei wesentlichen Schritten. In der ersten Phase muss ein Kern, ein so genannter Nidus, vorhanden sein. Als Kern kann ein Blutgerinsel, ein Stück abgelöste Schleimhaut oder ein Faden (nach einer Operation) dienen. Ähnlich, falls der Harn des Patienten mit den Bestandteilen eines Mineralstoffes übersättigt ist, können mikroskopische Kristalle des Mineralstoffes ausfallen, sich miteinander verbinden und einen Kern bilden. Die Übersättigung des Harnes mit den Bestandteilen eines Mineralstoffes ist ein kritischer Schritt in der Steinbildung.
Nehmen wir das Beispiel einer Kochsalzlösung: Anfänglich wird sich jede Menge des zugefügten Kochsalzes im Wasser problemlos lösen – dabei steigt die Konzentration des Salzes (in Prozenten ausgedrückt) an. Sobald die Grenze der Löslichkeit (abhängig von Temperatur, pH-Wert usw.) erreicht wird, kann sich kein weiteres Salz mehr lösen und es bleibt am Boden liegen. Würden wir vor diesem Punkt mit der Salzzugabe aufhören (wenn das gesamte Salz komplett aufgelöst ist) und die Lösung aufwärmen (sodass Wasser verdunstet), würde es auch zur steigenden Konzentration des Salzes kommen. Sobald die Grenze der Löslichkeit erreicht ist, kommt es zum Ausfallen der Salzkristalle. Die gleiche Situation spielt sich auch im Harn ab. Trinkt das Tier zu wenig, so wird ein sehr konzentrierter Harn produziert – zu wenig Wasser auf zu viel Mineralstoffbestandteile. Das Resultat kann das Ausfallen der mikroskopischen Kristalle des Mineralstoffes sein.

Nach dem ein Nidus (der Kern) eines Steines gelegt wurde, kann es unter günstigen Bedingungen zu einem Wachstum des Steines (2. Phase) kommen. Zu den günstigen Bedingungen gehört auch die Anwesenheit der Wachstumsbegünstiger (Promotoren) und Wachstumsunterdrücker (Inhibitoren). Diese sind in der Regel andere chemische oder biologische Substanzen, die mit den einzelnen Bestandteilen des Mineralstoffes reagieren und sie weniger (Inhibitor) oder mehr (Promotor) zum Ausfallen aus der Lösung verfügbar machen. Als Beispiel kann Magnesium bei der Kalziumoxalatsteinbildung genannt werden. Magnesium bildet mit Kalzium ein lösliches Salz und macht so Kalzium für die Reaktion mit Oxalat nicht verfügbar. Eine Bildung des Steines kann unter Umständen bis zu einigen Jahren dauern.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Kamil Tomsa
Diplomate European College of Veterinary Internal Medicine
Kleintierklinik Rigiplatz
Hünenbergerstrasse 4/6
6330 Cham