Home

Allgemeines

Auswahlseite Hunde

Harnsteine

Einleitung

Klassifikation

Zusammensetzung

Entstehung

Ursachen

Folgen

Was kan man tun?

Krankheiten, die Harnsteine vortäuschen können

Behandlung

Schlusswort

Auswahlseite Katzen

Kontakt

Suche

Harnsteine beim Hund

vorherige Seite

Welches sind die Ursachen?

Die Gründe für die Bildung eines Harnsteines sind sehr komplex. Trotzdem kann man folgende Aufteilung machen:

  1. Systemische Störungen (Erkrankungen des ganzen Körpers)
    Verschiedene Stoffwechselstörungen können zur Harnsteinbildung führen. Zu den wichtigsten gehören alle Zustände, welche erhöhte Kalziumspiegel verursachen, Störungen des Eiweissstoffwechsels als Folge einer Gefässmissbildung oder ein angeborener Enzymdefekt. Das Kennen eines solchen Defektes lässt das Risiko eines Harnsteines reduzieren. Andererseits kann durch die Diagnose eines typischen Steines auf eine solche Stoffwechselstörung hingewiesen werden, insbesondere, weil viele dieser Erkrankungen sehr lange ohne gravierende Beschwerden verlaufen können. Ein klassisches Beispiel dafür wäre eine angeborene Leberdurchblutungsstörung, ein so genannter portosystemischer Shunt. Hier kommt es während der Entwicklung des Körpers im Mutterleib zur Fehlbildung der Gefässe im Bauch des Patienten. Im Unterschied zu einem normalem Tier, wo das gesamte Blut aus den Därmen, bevor es ins Herz gelangt, zuerst durch die Leber fliesst, wird das Blut bei einem betroffenem Individuum umgeleitet, sodass es direkt ins Herz fliesst. So bauen sich gewisse Stoffe (Harnsäure) in der Leber nicht ab und werden im Übermass im Harn ausgeschieden. Das führt zur Übersättigung des Harnes mit den Bestandteilen des Ammoniumurates. Ähnlich führen Erkrankungen, welche erhöhte Kalziumspiegel verursachen, zu vermehrtem Ausscheiden des Kalziums in den Harn.
  1. Erkrankungen des Harntraktes
    Zu den wichtigsten Erkrankungen des Harntraktes, welche zur Steinbildung führen können, gehören bakterielle Infektion des Harnapparates. Insbesondere Bakterien, die Harnstoff (natürliches Abbauprodukt des Eiweissstoffwechsels, welches im Übermass durch den Harn ausgeschieden wird) spalten können, sind dafür verantwortlich. Diese spalten Harnstoff auf in zwei Ammonium-Moleküle und ein Karbondioxid-Molekül. Das führt zur erhöhten Verfügbarkeit des Ammoniums (Bestandteil des Ammoniummagnesiumphosphats – Struvit) und gleichzeitig zum Anstieg des pH-Wertes über die neutrale Zone (> pH 7). Struvitkristalle sind deutlich weniger löslich bei diesem pH-Wert und können leichter aus der Lösung ausfallen. Gleichzeitig kann auch eine systemische Erkrankung, wie beispielsweise eine Nebennierenüberfunktion, die Abwehr der Harnwege schwächen und zu erhöhtem Risiko der Harnwegsinfektion und dem zu Folge der Steinbildung beitragen.

nächste Seite

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Kamil Tomsa
Diplomate European College of Veterinary Internal Medicine
Kleintierklinik Rigiplatz
Hünenbergerstrasse 4/6
6330 Cham