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Harnsteine beim Hund

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Folgen eines Harnsteines

Das Ausfällen von Kristallen aus der übersättigten Lösung alleine ist in der Regel mit keinen Beschwerden verbunden. Solche Kristalle können auch bei einem gesunden Patienten gefunden werden. Sobald sich aus den Kristallen echte Konkremente (feste Masse) zu bilden beginnen, treten in der Regel verschiedene Beschwerden auf. Natürlich spielt dabei auch die Lokalisation des Steines eine Rolle. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Nierenstein sehr lange ohne jegliche Folgen sein kann. Das Gleiche gilt auch für einen Harnleiterstein. Trotzdem kann es zur Blutung (lokaler Reiz), Koliken oder akutem Nierenversagen kommen, falls es zu einem Verschluss des Harnflusses kommt. Die häufigsten Steine (Harnblasensteine) führen jedoch früher oder später zu einem oder mehreren der folgenden Beschwerden:      

  1. Harndrang (häufiges Absetzen von kleinen Harnmengen mit langem Nachpressen).
  2. Blutbeimengung im Harn (unsichtbar oder von blossem Auge feststellbar)
  3. Reiz in Harnwegen (Schlecken von Geschlechtsteil; sich Umschauen zum Bauch oder Geschlechtsteil).
  4. Gestörter oder fehlender Harnabsatz.

Aus den genannten Komplikation ist der gestörte, oder noch schlimmer ein fehlender Harnabsatz am gefährlichsten. Kommt es beispielsweise zu einer Harnabflussstörung in einem Harnleiter (Harn kann nicht aus der Niere weitergeleitet werden), kann es eine Nierenbecken- oder gar Nierenerweiterung (so genannte Hydronephrose) geben. Erstaunlicherweise muss ein solcher Patient keine dramatischen Beschwerden verspüren, so lange die Funktion der anderen Niere erhalten bleibt. Schlimmer kann es sein, wenn die Harnröhre durch einen Stein verstopft wird. Das Bestehen dieses Zustandes länger als 24 – 48 Stunden führt zu schweren Folgen wie z. B. einem Nierenversagen oder einer Harnblasenruptur.
Wichtig zu wissen ist, dass Rüden mehr von diesen Beschwerden betroffen sind als Hündinnen. Das liegt daran, dass die Harnröhre des männlichen Hundes in gewissen Bereichen (hauptsächlich im Bereich des Penisknochens) sehr eng ist. Alle Steine mit einem grösseren Durchmesser werden an dieser Stelle stecken bleiben.

Was kann man tun?

Es gibt einige Patienten, bei denen die Harnsteine als reiner Zufallsbefund bei einer tierärztlichen Routinekontrolle oder bei einer Abklärung für ein anderes medizinisches oder chirurgisches Problem entdeckt werden.
Die Mehrheit der Patienten wird jedoch durch den Besitzer wegen den oben beschriebenen Beschwerden beim Tierarzt vorgestellt. Also, wegen einem blutigen Harnstrahl (anfänglich, durchgehend oder am Schluss), einem auffällig dünnen Harnstrahl (Hinweis auf eine Einengung in der Harnröhre), massivem Harndrang oder dem länger als 1 Tag fehlenden Harnabsatz (insbesondere verbunden mit Harndrang). Diese Beschwerden   sind triftige Gründe für einen sofortigen Tierarztbesuch. Bestenfalls bringt der Besitzer auch bereits eine Harnprobe des Hundes mit.
Denn der vermutete Harnwegsverschluss muss schnell wieder gelöst werden, um weiteren Schaden zu vermeiden. Dazu kann im Notfall beim Tierarzt beispielsweise eine Katheterisierung durchgeführt werden.

Krankheiten, die eine Harnsteinerkrankung vortäuschen können

Die Auswahl an Erkrankungen, welche ähnliche klinische Beschwerden verursachen, ist zwischen einem männlichen und weiblichen Hund unterschiedlich. So sind die Prostataerkrankungen bei einem intakten Rüden sicherlich die häufigsten Probleme, welche identische Symptome auslösen können. Am häufigsten kann eine gutartige Prostatavergrösserung oder eine bakterielle Prostataentzündung beobachtet werden. Bei einer Hündin dagegen ist oft eine bakterielle Blasenentzündung die Ursache, welche einen Harndrang oder eine Blutung mit sich bringt.
Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Erkrankungen, die sich identisch präsentieren können. Ein Harndrang verbunden mit einer Blutung kann auch bei neoplastischen Harnwegserkrankungen (gutartige oder bösartige Tumore) insbesondere, wenn sie den Harnblasenhals, die Prostata oder die Harnröhre betreffen, auftreten. Auch andere entzündliche Erkrankungen der Harnwege, wie beispielsweise eine Harnröhrenentzündung, können auftreten. Um die verschiedenen Möglichkeiten von einander unterscheiden zu können, muss eine strukturierte Reihe von Untersuchungen durchgeführt werden. Über diese ist Ihr Tierarzt, Ihre Tierärztin gut informiert.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Kamil Tomsa
Diplomate European College of Veterinary Internal Medicine
Kleintierklinik Rigiplatz
Hünenbergerstrasse 4/6
6330 Cham