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Harnsteine beim Hund

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Behandlung der Harnsteine

Die Behandlung der Harnsteinerkrankung richtet sich ganz nach der Dringlichkeit, dem Schweregrad der Beschwerden und der chemischen Art des Steines und lässt sich in folgende Schritte aufteilen:

  1. Erstversorgung.
    Das Ziel der Erstversorgung ist dem Patienten eine Linderung und mehr Zeit für die weiterführenden Abklärungen zu schaffen. So muss bei einem Tier, das eine vollständige Verstopfung der Harnröhre aufweist (fast ausschliesslich Rüden), so schnell wie möglich die Durchgängigkeit der Harnröhre wiederhergestellt werden. Unter Umständen ist sogar ein chirurgischer Eingriff dazu notwendig. Hauptsächlich dann, wenn ein Katheter nicht in die Harnblase durch die Harnröhre eingeführt werden kann. Je nach Ausmass der Störung des Allgemeinzustandes muss sogar eine Hospitalisierung unter tierärztlicher Aufsicht empfohlen werden. Bei massivem Reiz und Harndrang können verschiedene Medikamente eingesetzt werden, die die schmerzhaften Krämpfe lösen und eine vorübergehende Linderung erbringen.
  1. Langzeitbehandlung
    Das Ziel der Langzeitbehandlung ist, die anwesenden Steine zu zerstören (beispielsweise aufzulösen oder chirurgisch zu entfernen) und das Risiko des wiederholten Auftretens zu minimieren (Abb. 4). Welche Behandlung angewendet wird, hängt   massgebend von der chemischen Zusammensetzung der Steine ab. Ganz zentral ist ausserdem, möglichst direkt gegen das zugrunde liegende Problem vorzugehen. Prinzipiell können folgende Grundüberlegungen getroffen werden:
 
  1. Antibiotische Therapie, falls die Steine durch eine Infektion der Harnwege ausgelöst wurden. Dies ist häufig der Fall bei den Struvitsteinen.
  2. Diätetische Massnahmen gehören zu den wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten. Aus dem oben Erwähnten kann der Rückschluss gezogen werden, dass jegliche Schritte, die zur Untersättigung des Harnes mit den Mineralstoffbestandteilen führen, positiv sind. Dies kann über die erhöhte Wasseraufnahme oder über die erniedrigte Aufnahme (und dem zu Folge eine erniedrigte Ausscheidung) von den Mineralstoffbestandteilen erreicht werden. So empfiehlt sich beispielsweise ausschliesslich die nassen Diäten (Büchsen) zu füttern oder zusätzliches Wasser dem Trockenfutter zuzufügen. Heutzutage existieren wirksame Diäten, die bestimmt sind zur Vorbeugung praktisch jedes denkbaren Steines. Die Zusammensetzung solcher Diäten wird streng kontrolliert und ist durch intensive wissenschaftliche Forschung belegt. Weil gewisse Steine nur unter günstigem pH-Wert aufgelöst werden können, wird auch der pH-Wert des Urins durch die Diäten positiv beeinflusst.
  3. Die Bekämpfung der zugrundeliegenden Ursache ist wichtig, um   Rückfälle zu vermeiden. Neben der antibiotischen Therapie im Falle eines Struvitsteines, kann hier als Beispiel ein Patient mit einer angeborenen Gefässmissbildung im Bereich der Leberdurchblutung (portosystemischer Shunt) erwähnt werden. Diese Patienten können unter Umständen Uratsteine bilden, weil sie zu viel Harnsäure durch ihren Harn ausscheiden. Es ist offensichtlich, dass man idealerweise solch abnormale Gefässentwicklung chirurgisch abklemmen würde. Ähnlich sollte eine Erkrankung, die erhöhte Kalziumspiegel hervorruft (z. B. Nebenschilddrüsenüberfunktion) behoben werden.
  4. Verschiedene Medikamente können bei der Auflösung der Steine oder bei der Vermeidung von Rückfällen massgebend helfen, weil sie die Löslichkeit des Mineralstoffes deutlich erhöhen.

Schlusswort

Die klinischen Symptome eines Harnsteines sind vielseitig und anfänglich recht subtil. Bei Verdacht auf eine solche Erkrankung sollte unbedingt ein Tierarzt/eine Tierärztin konsultiert werden.
Durch die sorgfältige Abklärungen ist es möglich, die genaue Art des Steines zu bestimmen und die geeignetste Therapie auszuwählen. Nur dann lässt sich die langzeitige Prognose abschätzen. Diätetische Massnahmen spielen eine wichtige Rolle in der Behandlung der Harnsteine.

 

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Kamil Tomsa
Diplomate European College of Veterinary Internal Medicine
Kleintierklinik Rigiplatz
Hünenbergerstrasse 4/6
6330 Cham