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Massnahmen in der Jugendzeit

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Das klinische Bild der HD tritt bekanntermassen vorwiegend bei grossen Hunderassen auf. Interessanterweise zeigt sich aber auf Routineröntgenbildern von Hüftgelenken bei Katzen, dass sie in etwa einem Viertel der Fälle durchaus radiologische Anzeichen der HD oder der Hüftgelenkarthrose haben. Das Gewicht hat also einen bedeutenden Einfluss auf die Schmerzen und die Lahmheit. Bei den Hunden ist dieser Sachverhalt nicht anders. Je leichter der Hund, desto geringer sind die Symptome. Noch viel deutlicher ist dieser Zusammenhang beim wachsenden Tier, wo Grössen- und Gewichtsmissverhältnisse oder auch qualitativ falsche Ernährung einen fatalen Einfluss auf die Hüftgelenke haben können.
Die Empfehlungen für Junghunde von grossen Rassen und Riesenrassen lauten deshalb wie folgt: Der Hund sollte möglichst langsam und mager gross werden. Er erreicht seine genetisch vorgesehene Grösse dann halt erst ein bis zwei Monate später. Es dürfen keine Futterzusätze und insbesondere kein Calcium beigefüttert werden. Praktisch alle auf dem Markt erhältlichen Futtermittel für heranwachsende Hunde oder für erwachsene Hunde enthalten in genügendem Masse alle Bestandteile, Spurenelemente und Vitamine. Die Hunde sollten ein normales Sozialleben mit Kontakt zu Artgenossen führen. Bis zum vierten Altersmonat sind Spaziergänge auf 15 Minuten zu begrenzen und Treppen zu vermeiden. Bis zum achten Altersmonat können die Spaziergänge auf eine Stunde ausgedehnt werden und ist Treppengehen an der Leine möglich. Unbändiges Herumtollen mit anderen Hunden ist zu unterlassen. Nach dem achten Altersmonat dürfen die Aktivitäten langsam gesteigert werden. In den letzten Jahren wurde in der Forschung dem Schutz des Gelenkknorpels viel Beachtung geschenkt. Muschelextrakte und die Gruppe der Glykosaminoglykane (GAG), welche aus Haifischknochen und Rinderluftröhren gewonnen werden, stärken nachgewiesenermassen den Hüftgelenkknorpel und verhindern so einen zu raschen Abbau desselben durch die HD in den Jugendjahren.
Nicht selten können durch diese diätetischen, haltungsassoziierten und medikamentellen Massnahmen die Ausbildung der Symptome der HD bei Risikorassen oder Junghunden aus Paarungen mit voraussehbarer HD verzögert werden. Auch eine einmal beim Vorröntgen festgestellte HD kann zumindest in ihrer Entwicklung so nachhaltig verzögert werden, dass erst spät im Hundeleben andere Therapieformen angewendet werden müssen.
Eine besondere Stellung nimmt die frühzeitige Behandlung von Junghunden mittels Beckenschwenkosteotomie ein. Dieser chirurgische Eingriff soll durch die Rotation des Beckens den Oberschenkelkopf besser überdachen und damit das Hüftgelenk stabilisieren, bevor es Arthrose entwickelt. Er wirkt somit grösstenteils präventiv.

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Dieser Artikel ist erschienen in HUNDE 8/2000

Autor:
Dr. med. vet. ECVS Daniel Koch
Kleintierchirurgie Universität Zürich