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Bedeutung von angeborenen Herzfehlern

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Die häufigsten Herzmissbildungen beim Hund sind Pulmonalstenose (Verengung der Lungenarterie), Subaortenstenose (Verengung der Hauptschlagader), fortbestehender Ductus arteriosus Botalli (bleibende Verbindung zwischen Hauptschlagader und Lungenarterie, abgekürzt PDA) und Herzkammerscheidewanddefekte. Je nach Schweregrad eines Defektes kann ein Hund eine normale Lebenserwartung bei normaler Lebensqualität haben, oder er entwickelt früher oder später Anzeichen eines Herzversagens oder aber er stirbt einen Sekundentod. Bei den genannten Missbildungen kann schon im Welpenalter ein Verdacht auf eine Missbildung bestehen, da diese Defekte ein Herzgeräusch hervorrufen. Nicht jedes Herzgeräusch beim Welpen bedeutet jedoch, dass eine Missbildung vorliegt. Bis im Alter von 4-5 Monaten kann auch bei völlig gesunden Hunden gelegentlich ein feines Herzgeräusch gehört werden, welches aber dann verschwinden sollte. Bei Herzfehlern braucht man nicht immer ein Stethoskop, um ein abnormales Geräusch festzustellen. Oft kann bereits mit der am Brustkorb aufgelegten Hand die (abnormale) Turbulenz im Blutfluss als Schwirren gespürt werden.
Wenn der Verdacht auf einen angeborenen Herzfehler besteht, sollte eine vollständige kardiologische Abklärung vorgenommen werden, um eine exakte Diagnose stellen zu können. Die Defekte werden mittels Herzultraschalluntersuchung inklusive der so genannten Doppleruntersuchungen (Bestimmen der Blutflussgeschwindigkeit) quantifiziert, um jene Tiere herauszufiltrieren, bei welchen eher eine schlechte Prognose besteht und ein therapeutischer Eingriff Sinn machen würde. Als Regel sollte bei Hunden mit Verdacht auf eine angeborene Herzmissbildung so früh wie möglich eine genaue Diagnose gestellt werden, so dass behandelbare Defekte baldmöglichst behoben werden können. Eine exakte Diagnose ist nicht nur für Hundebesitzer/innen, sondern auch für Züchter/innen von Bedeutung. Obwohl nicht jeder angeborene Herzfehler vererbt ist, sollte im Zweifelsfall darauf verzichtet werden, mit betroffenen und den mit ihnen verwandten Hunden zu züchten.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 5/2000
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Tony Glaus
Leiter der Abteilung für Kardiologie
Tierspital Universität Zürich
Winterthurerstr. 260, CH-8057 Zürich