Ballon-Erweiterung einer Pulmonalstenose
Häufigste Ursache einer Pulmonalstenose beim Hund ist eine missgebildete Pulmonalklappe. Dabei sind die Klappensegel verdickt und verklebt, so dass das Blut gegen einen erhöhten Widerstand vom rechten Herzen in die Pulmonalarterie zur Lunge gepumpt werden muss (Abbildung 1).
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Bei einer leichtgradigen Stenose haben die Hunde zwar ein Herzgeräusch, aber eine normale Lebenserwartung und Belastbarkeit. Bei einer hochgradigen Stenose muss davon ausgegangen werden, dass die Hunde vorzeitig sterben. Der Schweregrad wird mittels Dopplerultraschalluntersuchung anhand der Blutflussgeschwindigkeit bestimmt (Abbildung 2).
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Abbildung 2: Dopplerultraschallbild eines 5 Monate alten Hundes mit einer Pulmonalstenose. Die Spitzengeschwindigkeit des Blutflusses im Bereich der abnormalen Klappe ist mit 5.7 m/s sehr hoch (normal<1.5 m/s). Die Stenose gilt damit als hochgradig. zum Vergrössern hier klicken (35,5 KB) |
Bei einer hochgradigen Stenose ist ein Eingriff zur Behandlung empfohlen. Während Pulmonalstenosen bis vor einigen Jahren noch am offenen Herzen operiert wurden, kann heute in den meisten Fällen eine Erweiterung der Engstelle mittels Ballon erreicht werden. Dabei wird z. B. an der grossen Halsvene ein Katheter in das rechte Herz und durch die Pulmonalarterie in die Lunge geschoben. Über diesen Katheter wird dann ein Ballon genau auf die Engstelle geschoben und unter hohem Druck aufgeblasen (Abbildung 3).
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Abbildung 3: Röntgenbild einer 2-jährigen Bordeaux-Dogge während einer Ballondilatation einer Pulmonalstenose. Die Einschnürung im Ballon zeigt die noch verengte Pulmonalklappe an. zum Vergrössern hier klicken (34,9 KB) |
Auf diese Weise können Klappenverklebungen gesprengt und dadurch die chronische Drucküberlastung des rechten Herzens oft massiv verringert werden. Falls neben Klappenverklebungen auch ausgeprägte Klappenverdickungen vorliegen, wird die Entlastung des rechten Herzens nach der Ballonierung weniger erfolgreich sein. Gesamthaft wird eine Ballondilatation einer Pulmonalstenose bei über 80% der betroffenen Hunde eine deutliche Verbesserung bewirken.
Behandlung der Subaortenstenose
Da bei einer Subaortenstenose nicht die Klappe selber für die Engstelle verantwortlich ist, bringt eine Ballondilatation bei dieser Missbildung wenig. Auch eine Chirurgie am offenen Herzen scheint keinen Einfluss auf den weiteren Lebensverlauf zu haben. Deshalb wird bei einer Subaortenstenose empfohlen, rein medikamentell (Betablocker) zu behandeln. Betablocker haben einen positiven Einfluss auf die progressive Verdickung der Herzwand und auf Herzrhythmusstörungen, welche Folge der Herzmuskelveränderungen sind. Betablocker können damit das Leben verlängern.
Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 5/2000
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35
Autor:
Dr. med. vet. Tony Glaus
Leiter der Abteilung für Kardiologie
Tierspital Universität Zürich
Winterthurerstr. 260, CH-8057 Zürich


