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Checkliste gut überprüfbarer Symptome

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Anhand einer kurzen Checkliste wichtiger, äusserlich gut überprüfbarer Körpersymptome lässt sich das Ausmass einer Erkrankung oder einer Verletzung auch bei einem unbekannten, herrenlos aufgefundenen Hund schnell, objektiv und zuverlässig überprüfen.

Pupillengrösse und Pupillenreaktion auf einfallendes Licht.

Weit gestellte Pupillen können auf starke Schmerzen, auf Angst oder akuten Stress, auf Hirnstörungen oder beginnende Agonie hinweisen.
Extrem kleine Pupillen sind mögliche Anzeichen von schwer wiegenden Hirn- oder Augenverletzungen.
Ungleichgrosse Pupillen treten oft im Gefolge von Verletzungen im Kopfbereich und nach Schädigung von bestimmten Hirnnerven auf.
Nicht auf Lichteinfall reagierende Pupillen erfordern, wenn der Hund nicht bereits tot ist, unverzüglich eingeleitete Wiederbelebungsversuche (siehe unten).

Bewusstsein und Reaktionsvermögen

getestet durch Ansprechen des Hundes, Zurufen oder In-die-Hände-Klatschen.
Reflex-Bereitschaft; getestet durch Kneifen des Zwischenzehenbereiches, durch sanftes Berühren des Augeninnenwinkels oder der feinen Härchen im Bereich des äusseren Gehörganges.

Atemfrequenz.

Die Anzahl der Atemzüge pro Min. (normal: 10-30, je nach Grösse des Hundes) sowie die Qualität der Atmung (Maul- oder Hechelatmung, sehr langsame und angestrengte Atembewegungen im Bauchbereich etc.) lassen Rückschlüsse über die Art und das Ausmass von Erkrankungen oder Verletzungen zu. Hunde, die unter akuten Atem- oder Herz-Kreislaufbeschwerden leiden, wehren sich oft, solange sie dazu in der Lage sind, gegen eine Seiten- oder Rückenlagerung.

Körpertemperatur

(normal 38.0 - 39.0 C). Bei Minderdurchblutung oder vollständigem Gefässverschluss fühlen sich die entsprechenden Körperpartien kalt und steif an. Im Schock und bei drohendem Kreislaufversagen gilt dies besonders für die Pfoten, die Ohren, die Schnauzengegend, den Schwanz und die äusseren Genitalien. Die Körpertemperatur kann jedoch zuverlässig nur im Körperinnern gemessen werden.

Pulszahl

(normal 70 - 130 pro Minute, wobei grössere Hunde tiefere Werte aufweisen sollten). Der Pulsschlag lässt sich in der Mitte der Oberschenkelinnenseite, im Bereich der Aussenwölbung der Ohrmuschel oder an der Schwanzunterseite fühlen. Nicht nur der Frequenz, sondern auch der Regelmässigkeit und der Qualität des tastbaren Blutflusses sollte Beachtung geschenkt werden.

Schleimhautfarbe

der Innenseite der Augenlider und der Lefzen (normal: Rosa); Akute Atemnot und Sauerstoffmangel bewirken eine bläuliche Verfärbung. Blutzersetzung führt zu einem Gelbstich, der sog. Gelbsucht. Nach grossen Blutverlusten, aber auch bei Herz- und Kreislaufproblemen erscheinen die Schleimhäute blass, mitunter sogar porzellanfarben. Punktuelle oder flächige Blutspritzer in der Schleimhaut sind eine Folge von Blutgerinnungsstörungen. Eine fast schmutzig erscheinende, bräunliche Schleimhautfarbe kann auf Vergiftungen hinweisen.
Das Ausmass eines Blutverlustes (Gesamtblutmenge eines Hundes beträgt ca. 7-8 % des Körpergewichtes) kann anhand der Schleimhautfarbe, derjenige eines grossen Flüssigkeitsverlustes mittels der sog. Hautfaltenprobe (stark verzögertes Zurückgleiten eines mit zwei Fingern abgehobenen Hautstückes im Schulterbereich; "stehende" Hautfalte bei Flüssigkeitsverlusten 8 %) geschätzt werden.

Bild normale Schleimhaut Abbildung 2:
normal hellrosa gefärbte Maulschleimhäute.

Foto: Dr. D. Koch, Tierspital Zürich

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Bild deutlich gelb gefärbte Lefzenschleimhaut Abbildung 3:
deutlich gelb gefärbte Lefzenschleimhaut. Dies lässt auf eine Blutzersetzung infolge Blutzellschädigung oder auf eine massive Lebererkrankung schliessen.

Foto: Dr. D. Koch, Tierspital Zürich

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Die wichtigsten Erste-Hilfe-Massnahmen Die in Nothelferkursen für Menschen regelmässig instruierten Erste- Hilfe-Massnahmen lassen sich leicht abgeändert auch auf akut gefährdete vierbeinige Patienten übertragen.
Dabei sollte einigermassen systematisch und nach bewährtem Schema vorgegangen werden. Das Kurzwort

G Gibt der Hund Antwort, ist er bei Bewusstsein, zeigt er Reflexe?
A Atmet er? Wie atmet er? Muss ich ihn beatmen?
B Blutet er? Muss ich einen Druckverband anlegen?
  I Ist sein Puls i. O.? Hat er Puls oder muss ich eine Herzmassage einleiten? Ist seine Körpertemperatur in Ordnung? Muss ich ihn kühlen oder aufwärmen?

kann dabei als einfache Eselsbrücke verwendet werden.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 6/1999
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
med. vet. Christina Sigrist