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Behandlungsmöglichkeiten und Prognose

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Die Ziele der Behandlung beinhalten die vollständige oder wenigstens teilweise Elimination des Tumors und die Kontrolle der Begleitsymptome des Tumors, wie erhöhter Hirndruck, Kopf-/Nackenschmerz und Krampfanfälle.
Eine symptomatische Therapie beschränkt sich in der Regel auf die Gabe von Kortisonpräparaten zur Reduktion der Hirnschwellung und – bei wenigen Tumoren wie z. B. Lymphomen – Verlangsamung des Tumorwachstums. Daneben müssen durch den Tumor bedingte Krampfanfälle mit Antiepileptika behandelt werden. Obwohl auf diese Weise die Symptome kurzfristig meist gut unterdrückt werden können, ist die Überlebenszeit mit dieser Therapieform nach Diagnose eines Tumors kurz und beträgt im Mittel 6 - 56 Tage.
Seit der Verfügbarkeit von Computer- und Magnetresonanztomographen werden Hirntumor-Operationen auch bei Kleintieren häufiger durchgeführt. Die chirurgische Entfernung des Tumors kommt den eingangs formulierten Therapiezielen deutlich mehr entgegen, im Idealfall kann sogar von einer Heilung ausgegangen werden. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Operation sind eine gute Zugänglichkeit und eine möglichst vollständige Entfernung des Tumors. Die Überlebenszeit in einer grösseren Gruppe von Hirntumorpatienten, die chirurgisch behandelt wurden, lag im Mittel bei 4 Wochen. Bei gutartigen Tumoren mit günstiger Zugänglichkeit im Gehirn lag die Überlebenszeit in einem Bereich von 9-29 Wochen. Für den Behandlungserfolg ausschlaggebend ist weiter das Stadium der Tumorerkrankung: Hunde mit fortgeschrittenen neurologischen Ausfällen haben deutlich ungünstigere Aussichten auf eine Heilung als solche mit milden Störungen.

Eine schonende und in vielen Fällen Erfolg versprechende Behandlungsform stellt die Bestrahlung des Tumors dar. Diese muss an einem spezialisierten Zentrum von einem Radioonkologen geplant und vorgenommen werden. Weil das den Tumor umgebende, gesunde Hirngewebe empfindlich auf hohe Bestrahlungsdosen reagiert, müssen die Strahlen in mehrere, kleinere Dosen fraktioniert (aufgeteilt) und verabreicht werden. Ein Protokoll sieht vor, dass der Tumor über 4 Wochen von Montag bis Freitag täglich in kleinen Dosen bestrahlt wird. Bei Erreichen der totalen Dosis, die für die Zerstörung der Tumorzellen voraussichtlich nötig ist, kann die Bestrahlung abgeschlossen werden. Die Überlebenszeit in einer Gruppe von 29 Hunden, deren Hirntumore bestrahlt wurden, betrug im Mittel 40 Wochen. Eine Unsicherheit in der Bestrahlungstherapie liegt häufig darin, dass man nicht weiss, welche Art Tumor man bestrahlt. Da sich jeder Tumortyp in Bezug auf seine Empfindlichkeit gegenüber der Bestrahlung verschieden verhält, erlaubt oft erst der zeitliche Verlauf der Erkrankung eine Beurteilung des Erfolgs. Eine raschere Beurteilung der Prognose kann mit tomographischen Kontrolluntersuchungen des Gehirns erreicht werden.

Die bisher besten Ergebnisse bei der Behandlung von Hirntumoren wurden bei Hunden erzielt, die sowohl eine chirurgische Behandlung als auch eine anschliessende Bestrahlung erhielten. Bei dieser kombinierten Behandlung lag die Überlebenszeit bei durchschnittlich 63 Wochen. Im Falle des häufig auftretenden Tumortyps " Meningiom" lag die Überlebensdauer sogar bei 120 Wochen.

Neue Behandlungsformen bei Hirntumoren beim Hund werden gegenwärtig von verschiedenen Forschergruppen weltweit untersucht. Viele Daten aus diesen Untersuchungen fliessen in eine internationale Datenbank (International Veterinary Brain Tumor Registry), wo Informationen über Vorkommen und Prognose der einzelnen Tumortypen gesammelt werden. Es ist zu erwarten, dass auf diese Weise in absehbarer Zukunft weitere Methoden zur Praxisreife gelangen und so zu einer verbesserter Behandlung und Prognose bei Hirntumoren führen.

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr.med.vet . Frank Steffen
Diplomate ECVN Neurologie/Neurochirurgie
Departement für Kleintiere
Universität Zürich
Tierklinik Obergrund, Luzern