Mein Hund hustet!
Welche Krankheiten können sich durch Husten bemerkbar machen?
Die Liste der Erkrankungen, welche Husten als klinischer Symptom haben, ist lang. Hier nur einige wichtige Beispiele, geordnet nach Alterskategorien. Natürlich können einzelne Krankheiten bei verschiedenen Alterklassen auftreten.
Erkrankungen der Jungtiere
- Zwingerhusten: Eine hochansteckende virale und bakterielle Erkrankung, welche oft in Epidemien auftritt (viele Tiere gleichzeitig betroffen). Die Symptome brechen in der Regel sehr akut aus und der Husten ist typischerweise sehr trocken, laut und meistens mit Würgereiz am Schluss verbunden. Die meisten Patienten bleiben bei gutem Allgemeinbefinden und die Infektion heilt spontan ab. Am gefährlichsten ist der Zwingerhusten bei ganz jungen, geschwächten oder gestressten Tieren. Dort kann Zwingerhusten auch zu einer schweren Lungenentzündung führen. Eine Impfung gegen Zwingerhusten ist möglich, aber bei weitem nicht 100%-tig erfolgreich.
- Lungenwurmbefall: Neben einigen Rundwurmarten, die während ihrer Entwicklung im Körper des Hundes durch die Lunge wandern, um sich später im Dünndarm ansiedeln zu können, gibt es auch spezielle Rundwürmer, die direkt in den Bronchien leben. Diese lösen dort eine intensive Entzündung aus. Der Husten kann sehr unterschiedlich sein, am häufigsten ist jedoch ebenfalls ein lauter, trockener Husten mit wenig Auswurf (die Entwicklungsstadien der Würmer gelangen somit in die Umgebung). Der Nachweis ist nicht immer einfach. Eine spezielle Kotuntersuchung (siehe oben) oder eine Endoskopie sind am erfolgreichsten.
- Aspirationspneumonie (Einatmen von Futter): Gefährliche Folge von verschiedenen Störungen der Futteraufnahme bei allen Alterskategorien. Der Husten tritt in der Regel direkt während oder nach dem Essen/Trinken auf und tönt sehr feucht und gurgelnd. Am häufigsten tritt diese Erkrankung, bei Patienten mit Schluckbeschwerden auf, welche an einer Speiseröhrenlähmung (s. g. Megaösophagus) leiden. Ebenfalls gefährdet sind ältere Tiere, die eine Kehlkopflähmung (Kehlkopf ist zu eng, was den Luftfluss stark behindert) haben und operiert werden müssen (siehe unten).
- Staupe: Eine virale Erkrankung, die aufgrund der Routineimpfung selten geworden ist. Am häufigsten wird sie heutzutage bei aus dem Ausland importierten Tieren beobachtet. Die Symptome sind sehr heftig. Eitriger Nasen- und Augenausfluss, feuchter Husten mit Würgereiz und Durchfall sind typisch (Abb. 6). Der Nachweis der Viren erfolgt meist durch einen Bindehautabstrich. Die Infektion kann, bei rechtzeitiger intensiver Behandlung, geheilt werden. Leider können bei den betroffenen Tiere auch Spätfolgen neurologischer Natur (Krämpfe, Muskelzuckungen ...) eintreten - und dies noch Jahre nach der Infektion.
- Fremdkörper: Typischerweise eine Erkrankung sehr aktiver Tiere aller Alterskategorien. Meistens werden Äste oder Pflanzenteile (Grannen) während dem Herumrennen eingeatmet. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein; beginnend mit akutem Husten mit blutigem Auswurf bis zu faul riechendem Atem und dies seit einigen Wochen. Eine Endoskopie ermöglicht die Entfernung des Fremdkörpers. Bei Patienten, die schon lange einen Fremdkörper in der Lunge haben, kann es zur vollständigen Vereinterung (Abszessbildung) eines ganzen Lungenflügels kommen. Dieser Lungenflügel muss dann chirurgisch entfernt werden.
Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
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Autor:
Dr. med. vet. Kamil Tomsa
Diplomate European College of Veterinary Internal Medicine
Kleintierklinik Rigiplatz
Hünenbergerstrasse 4/6
6330 Cham