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Verwirrung über die "Zeckenimpfung"

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Über folgende Punkte herrscht bei vielen Hundebesitzern Verwirrung:

Die Borreliose ist einen Krankheit, die in der Schweiz für den Menschen von grosser Bedeutung ist. Unsere einheimischen Zecken sind hochgradig mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi, welches die Borreliose verursacht, verseucht. Man schätzt, dass bis zu 60% unserer Zecken Träger von Borrelia burgdorferi sind. Die Krankheit kann beim Menschen im Anfangsstadium erfolgreich mit Antibiotika bekämpft werden. Wenn die befallene Person den Zeckenbiss jedoch nicht bemerkt, dann kann es zu einer chronischen Erkrankung mit Gelenksentzündung, Herzmuskelentzündung und einem Befall des Zentralnervensystems kommen. Leider lässt sich die chronische Form der Borreliose in der Regel nicht mehr vollständig heilen.
Obwohl die Borreliose auch den Hund befallen kann, so hat sie bei ihm doch nicht die gleiche Bedeutung wie beim Menschen. Zeckenbisse sind beim Hund zwar weitaus häufiger als beim Menschen und somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hund einmal in seinem Leben von Borrelia burgdorferi angesteckt wird sehr gross. Es scheint aber, dass Hunde die Infektion besser abwehren können, denn es erkranken schätzungsweise nur 5% der angesteckten Hunde. Am häufigsten äussert sich die Krankheit durch eine Entzündung von mehreren Gelenken (Polyarthritis). In selteneren Fällen kommt es zu einer Nierenschädigung. Ob das Bakterium wie beim Menschen auch den Herzmuskel schädigen und das Nervensystem befallen kann, ist noch umstritten.

Bild Zecke Abbildung 1:
Beim Entfernen einer Zecke muss so vorgegangen werden, dass diese ihre kräftigen Klammern, welche sich am Kopf befinden, öffnet. Dies erreicht man, indem man die Zecke mehrmals um ihre eigene Achse dreht, die Drehrichtung spielt dabei keine Rolle. Spezielle Zeckenpinzetten, die das "Abdrehen" von Zecken erleichtern, sind in jeder Tierarztpraxis oder im Zoofachhandel erhältlich.
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In Fachkreisen ist die Borrelioseimpfung für Hunde ebenfalls umstritten. Unter anderem ist man sich über die Häufigkeit und die Gefährlichkeit der Krankheit nicht einig. Als praktizierende(r) Tierärzt(in) glaubt man, der Krankheit eher selten zu begegnen. Zudem lassen sich an Borreliose erkrankte Hunde, die an Polyarthritis leiden, relativ einfach mit Antibiotika behandeln. Demgegenüber muss angefügt werden, dass es manchmal schwierig ist, die Krankheit mit Sicherheit zu diagnostizieren. Gerade weil unsere Hunde häufigen Kontakt zu Borrelien haben, lassen sich auch bei vielen gesunden Hunden Antikörper im Blut nachweisen. Folglich kann man bei einem kranken Hund, bei welchem Borrelienantikörper im Blut nachweisbar sind, nicht einfach davon ausgehen, dass es wirklich die Borrelien sind, die den Hund krank machen. Niemand weiss also heute genau, wie häufig die Krankheit beim Hund wirklich ist.
Die Impfung wirft auch noch andere Fragen auf, die bisher nicht eindeutig geklärt sind: Sollte man Hunde, die bereits Borrelienantikörper im Blut haben auch impfen? Schützt die Impfung den Hund nur vor einem Borrelien-Stamm oder vor sämtlichen, in Europa vorkommenden Stämmen? Es kann also mit Recht gesagt werden, dass die "Zeckenimpfung" nicht nur die Hundebesitzer verwirrt sondern auch die Fachleute.
Beim momentanen Stand des (Un)Wissens muss man sich jedoch fragen, ob es nicht sinnvoller ist, anstelle einer Borrelioseimpfung eine rigorose und äusserst gewissenhafte Zeckenprophylaxe durchzuführen. Dies bringt den Vorteil, dass man dadurch den Hund auch vor den anderen Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden (FSME, Ehrlichiose, Piroplamose) schützt.

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Dieser Artikel ist erschienen in den Hundemagazinen 3/2001 und 4/2001
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. ECVIM D. Gonin Jmaa
Centre Vétérinaire/Tierärztezentrum Agy
Route des Grives 8, 1763 Granges-Paccot