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Krebserkrankungen bei Hund und Katze

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Definition

„Krebs“ bezeichnet in der Medizin einen bösartigen Tumor. Der Ausdruck wird als Sammelbegriff für eine Vielzahl verwandter Krankheiten genommen. Diesen ist gemeinsam, dass Körperzellen unkontrolliert wachsen, sich teilen und gesundes Gewebe verdrängen und zerstören können. Oft wird auch der Begriff „Neoplasie“ verwendet, der übersetzt „Neubildung“ bezeichnet. Gutartige Tumore [Muttermale und Fettgeschwülste (Lipome)] werden in der Fachsprache nicht als Krebs bezeichnet, aber können trotzdem gefährlich werden, da sie entarten können.

 

Die Entstehung von Krebs

Als Ursache gelten unterschiedliche Auslöser, die letztlich alle zu einer Störung des genetisch geregelten Gleichgewichts zwischen Wachstum und Teilung und normalem Zelltod führen. Es können innere (genetische) und äussere Faktoren unterschieden werden. Zu den äusseren Faktoren gehören chemische, physikalische oder virale Karzinogene (= Krebs auslösende Stoffe), die Krebs erzeugen oder fördern können.
Früher ging man bei der Entstehung von Krebs (= Karzinogenese) von einem Dreistufenmodell aus. Heute ist bekannt, dass die Tumorentstehung komplexer ist und man spricht von einem Mehrstufenmodell, das jedoch noch unverstanden ist. Im Dreistufenmodell wird die Krebsentwicklung in die Abschnitte Initiation, Promotion und Progression unterteilt.
Die Krebsentwicklung vollzieht sich langsam, manchmal über Jahre. Beim ersten Schritt der Initiation erfährt eine Zelle eine Mutation, die durch ein Karzinogen ausgelöst werden kann. Falls diese Mutation von der Zelle nicht repariert werden kann und sich zusätzlich in einem Bereich (Genabschitt) liegt, der für die Kontrolle der Zellteilung zuständig ist, kann es im zweiten Abschnitt, der Promotion dazu kommen, dass diese Zelle sich durch einen Wachstumsreiz abnormal stark vermehrt. Dieser Wachstumsreiz kann durch verschiedene Auslöser zustande kommen, die an und für sich nicht krebserzeugend sind z. B. durch Hormone oder Entzündungen. Durch den stetigen Wachstumsreiz kann eine gutartige Tumormasse entstehen, welche eine Krebsvorstufe darstellt. Die Promotion ist in den frühen Phasen reversibel, d. h. bei wegfallen dieses Reizes kann es zu einer Rückbildung dieser Krebsvorstufen kommen. Falls dies aber nicht der Fall ist, kann es in der dritten Stufe, der Progression, zu einer malignen Transformation kommen, d. h. die Krebsvorstufen werden bösartig. Diese Zellen teilen sich oft sehr schnell und haben keine normale Zellalterung mehr, sie werden unsterblich und weisen verschiedene Charakteristika der Bösartigkeit auf. So verdrängen sie zum Beispiel gesundes Gewebe und können die Fähigkeit erlangen, zu metastasieren, Ableger in anderen Körperregionen zu bilden. In diesem letzten Stadium entfalten Tumorzellen ihr gefährliches Potenzial.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 4/2007 und 5/2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Carla Rohrer Bley, Dr. med. vet.
Dipl. ACVR (Radiation Oncology)
Bildgebende Diagnostik und Radio-Onkologie
Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich
Winterthurerstrasse 260
CH-8057 Zürich