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Die Strahlentherapie

Strahlentherapie ist die medizinische Anwendung von Strahlung, um Krankheiten zu heilen oder deren Fortschreiten zumindest zu verzögern. Im engeren Sinne versteht man darunter die Anwendung ionisierender hochenergetischer Strahlen (Gammastrahlung, Röntgenstrahlung, Elektronen, Neutronen, Protonen) zu Heilzwecken meist bei bösartigen Tumorerkrankungen, die allgemein als Krebs bezeichnet werden.

Strahlentherapie wird meist von aussen appliziert (Teletherapie). In der Veterinärmedizin kommen hauptsächlich zwei Typen von Geräten zum Einsatz, das Kobalt-60-Therapiegerät und der Linearbeschleuniger. Beide Geräte erzeugen Strahlen mit Energien im Megavoltbereich (> 1 Mio. Volt). Diese hohen Energien erlauben aufgrund der erreichbaren Eindringtiefe die Behandlung von tieferliegenden Tumoren.
Bei einem Linearbeschleuniger werden die hohen Energien mit Hilfe hochfrequenter elektromagnetischer Wellen erzeugt, die zu einer Beschleunigung von geladenen Partikeln (Elektronen) führen. Diese beschleunigten Elektronen können einerseits direkt zur Behandlung oberflächlicher Tumoren (Eindringtiefe ca. 5–6 cm) benutzt werden, oder aber sie werden zur Produktion von hochenergetischen Photonen für die Behandlung tieferliegender Tumoren verwendet (Energie 4 Mio. Volt oder höher). Lage und Dosierung der Strahlen werden auf der Grundlage von Schnittbildaufnahmen computergestützt berechnet.
Bei Kobalt-60-Therapiegeräten wird der für die Therapie verwendete Strahl aus einer radioaktiven Quelle gewonnen. Die im Gerätekopf lokalisierte Quelle konstant zerfallenden Kobalts wird für die Therapie aus der geschützten „off“-Position nach vorne geschoben, und der austretende Strahl mit einer Energie von 1.24 Mio. Volt kann genutzt werden.

Im Gegensatz zu der Teletherapie wird bei der Brachytherapie eine radioaktive Quelle direkt in den Tumor eingebettet. Durch den Zerfall der Quelle richtet die radioaktive Strahlung lokal im Tumorbett den gewünschten Zellschaden an, ohne umliegende gesunde Gewebe zuerst durchdringen zu müssen. Aufgrund der strikten Regulationen und den hohen erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen im Umgang mit radioaktiven Materialien, kommt diese Art der Therapie in der Veterinärmedizin nur limitiert zum Einsatz.

 

Was passiert in bestrahltem Gewebe?

Die Strahlentherapie ist nach der Chirurgie die zweitwichtigste Therapiemodalität bei der Behandlung bösartiger Tumoren. Bei der Strahlentherapie nutzt man die Tatsache aus, dass Tumorgewebe meist strahlenempfindlicher ist als das umgebende Normalgewebe. Die Heilwirkung erfordert je nach Art des Tumors hohe Strahlendosen, die in der physikalischen Einheit „Gray“ (Gy) angegeben werden. 
Ionisierende Strahlung zerstört Zellen durch direkte Schädigung des Erbmaterials in der Zelle (Desoxyribonukleinsäure; DNS) oder durch Bildung freier Radikale, die mit der DNS reagieren. Normale Zellen haben eine hohe Kapazität, solche Schäden einwandfrei zu reparieren. Tumorzellen mit eingeschränkter Reparaturkapazität sind in der Folge zum Zelltod verurteilt, verlieren ihre Fähigkeit weiterzuwuchern und werden in der Folge vom Körper abgebaut oder abtransportiert.
Das Ziel einer Strahlentherapie ist die vollständige Zerstörung aller teilungsfähigen Tumorzellen, bei gleichzeitiger Erhaltung der umliegenden gesunden Gewebe. Um die Nebenwirkungen gering zu halten, wird die Bestrahlung auf viele tägliche Einzeldosen aufgeteilt (Fraktionierung) und über mehrere Wochen verabreicht. Symptomlindernde (palliative) Behandlungsprotokolle für unheilbare Patienten werden kürzer gehalten. Diese Zeit-Fraktions-Schemata sind wichtig für den Erfolg einer Strahlentherapie und können von Tumor zu Tumor variieren.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 4/2007 und 5/2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Carla Rohrer Bley, Dr. med. vet.
Dipl. ACVR (Radiation Oncology)
Bildgebende Diagnostik und Radio-Onkologie
Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich
Winterthurerstrasse 260
CH-8057 Zürich