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Krebserkrankungen bei Hund und Katze

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Einsatz der Strahlentherapie, Indikationen

Für einige Tumorarten bietet die Strahlentherapie die beste Therapieoption. Zu diesen gehören einerseits sehr strahlenempfindliche Tumoren, aber oft auch solche, die von der anatomischen Lage her inoperabel sind, oder bei denen eine Operation mit sehr hohen Risiken oder geringer Heilungschance verbunden ist (Gehirntumoren, Tumoren der Nasenhöhle). Auch bei operablen Tumoren, bei denen die chirurgische Behandlung zu einem kosmetisch oder funktionell unbefriedigendem Ergebnis führen würde (z. B. Maulhöhlentumoren oder Tumoren an Gliedmassen), kann die Strahlentherapie oft als Alternative eingesetzt werden.
Meist wird sie aber in Kombination mit Chirurgie eingesetzt, um lokal aggressive Tumoren zu kontrollieren und wenn möglich zu heilen. Die Kombinationstherapie bezieht sich vor allem auf Tumoren mit geringer Kontrollwahrscheinlichkeit durch nur die eine oder die andere Therapieart (z. B. Weichteilsarkome, Mastzelltumoren). Eine Kombinationstherapie ermöglicht es, Tumoren operativ knapp zu entfernen und mittels Strahlentherapie die allfällig verbleibenden Tumorzellen – den „Sicherheitsrand“ – adäquat zu behandeln. Die Reihenfolge der Behandlungen (Operation vor oder nach der Strahlentherapie), hängt von der Lokalisation des Tumors ab.

  Bild Katze mit vakzine-assoziiertem Fibrosarkom Bild Katze mit vakzine-assoziiertem Fibrosarkom
  Abbildungen 6a und 6b:
Katze mit vakzine-assoziiertem Fibrosarkom (= Bindegewebstumor). Die Strahlentherapie wird bei diesen Patienten etwa zwei Wochen nach der operativen Entfernung des Tumors begonnen, ein Sicherheitsrand (bis zu den blauen Linien) von 3 cm um die Narbe herum wird behandelt, um verbleibende Tumorzellen abzutöten.

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Da man bei einigen Tumorarten davon ausgehen kann, dass eine Heilung möglich ist, wird bei der Behandlung von kurativer (= heilendem) Protokoll gesprochen. Bei einer kurativen Behandlung geht man davon aus, dass der Patient eine lange oder sogar normale Lebenserwartung haben wird. Unter diesem Aspekt werden bei einer solchen Behandlung auch stärkere Nebenwirkungen in Kauf genommen, um den Tumor möglichst vollständig vernichten zu können.
Palliative (= lindernde) Therapien werden vor allem bei Tumoren mit hoher Metastasierungstendenz eingesetzt. Eine Palliation von Schmerzen (z. B. bei Knochentumoren oder -metastasen) oder anderer Symptome wie z. B. Nasenbluten (bei Nasenhöhlentumoren) kann oft mit relativ geringem Aufwand für Patient und Besitzer erreicht werden.

Bild Bösartiger Tumor der Maulhöhle Bild Bösartiger Tumor der Maulhöhle
Abbildungen 7a und 7b:
Bösartiger Tumor der Maulhöhle (orales malignes Melanom) bei einem alten Patienten. Der Tumor war schmerzhaft und hat oft geblutet. Drei Wochen nach palliativer Bestrahlung (4 x) ist der Tumor fast gänzlich verschwunden und bereitet keine Probleme mehr.

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Die Wahl der Therapieprotokolle hängt einerseits vom biologischen Verhalten des Tumors (lokal invasive vs. metastasierend), aber auch vom gesundheitlichen Allgemeinzustand des Patienten ab. Meist werden die Tiere mit 15–18 Fraktionen und Totaldosen von 48–56 Gy über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen bestrahlt (bei palliativen Protokollen: 3–5 Bestrahlungen, Gesamtdosis 24–30 Gy). Ein gewähltes Bestrahlungsschema muss eingehalten werden, da sich die Fraktionsgrössen je nach Protokoll unterscheiden. Ebenfalls ist es wichtig, die Termine in Serie wahrzunehmen, denn neben Totaldosis und Fraktionsgrösse spielt die totale Behandlungszeit ebenfalls eine Rolle auf die erwartete Tumorkontrolle. Eine Verzögerung während eines Therapieschemas kann sich unter Umständen negativ auf die Tumorkontrolle auswirken. Falls es voraussichtlich aufgrund persönlicher oder allgemeiner Gründe (Feiertage) zu längeren Unterbrüchen kommt, sollte der Therapiebeginn verschoben werden.
Während der Therapie ist ein stationärer Aufenthalt möglich, aber nicht notwendig. Für die ambulante Behandlung muss der Patientenbesitzer etwa eine Stunde rechnen. Die anfallenden Kosten setzen sich aus Narkose, Therapieplanung, Bestrahlung, Medikamenten und allenfalls stationärem Aufenthalt zusammen, sind von Gewicht und gewähltem Behandlungsschema abhängig, und werden mit dem Besitzer detailliert besprochen.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 4/2007 und 5/2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Carla Rohrer Bley, Dr. med. vet.
Dipl. ACVR (Radiation Oncology)
Bildgebende Diagnostik und Radio-Onkologie
Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich
Winterthurerstrasse 260
CH-8057 Zürich