Home

Allgemeines

Auswahlseite Hunde

Krebserkrankungen

Allgemeines

Definition

Krebs beim Tier

Therapiemöglichkeiten

Strahlentherapie

Einsatz / Indikationen

Therapieplanung

Nebenwirkungen

Auswahlseite Katzen

Kontakt

Suche

Krebserkrankungen bei Hund und Katze

vorherige Seite

Therapieplanung und Ablauf

In der klinischen Praxis werden onkologische Strahlentherapien von einem interdisziplinären Team durchgeführt, das aus Fachärzten für Strahlentherapie, Medizinphysik-Experten (Physiker oder Ingenieure mit Zusatzqualifikation) und medizinisch-technischen Assistenten besteht. Der eigentlichen Therapie geht ein komplexer Planungsprozess voraus. Umfangreiche organisatorische und technische Qualitätssicherungsmassnahmen sorgen dafür, dass Bestrahlungsfehler ausgeschlossen werden können.
Jede Strahlentherapie für einen Patienten wird individuell geplant. Zu der Planung gehört einerseits die vorgängige Abklärung der Ausbreitung der Krebserkrankung und die Erhebung des allgemeinen Gesundheitszustandes, andererseits die genaue Lokalisation und Ausdehnung des zu behandelnden Tumors. Die Planung komplexer Tumoren wird durch computerisierte Therapieplanungsprogramme erleichtert. Das Erstellen eines Therapieplanes kann manchmal einige Tage dauern, oft werden mehrere Varianten ausgearbeitet, um dann die Beste davon auszuwählen. Mittels verbesserter Schnittbildverfahren (Computertomographie, Kernspintomographie) und computergestützter dreidimensionaler Bestrahlungsplanung können so die Belastung von gesundem Nachbargewebe minimiert werden. Anhand solcher Pläne wird die genaue Dosisverteilung im Gewebe ersichtlich, und die zu erwartenden Komplikationen und Nebenwirkungen betroffener Normalgewebe kann abgeschätzt werden. Für die Behandlung ist eine genaue Positionierung des Patienten erforderlich, diese wird mit Hilfe diverser Positionierungshilfen gewährleistet.

  Dreidimensionale Ansicht eines computergestützten Therapieplanes Abbildung 8:
Dreidimensionale Ansicht eines computergestützten Therapieplanes von einem Hund mit Nasenhöhlentumor. Rot: Tumor mit Sicherheitsrand, Blau: sensible umgebende Organe (Augen und Gehirn). Das Planungsprogramm erlaubt die genaue Berechnung der Strahlendosis und somit ein Abschätzen der Strahlenreaktionen in den umschriebenen Organen.

zum Vergrössern hier klicken (28 KB)

Während sich Elektronen mit einer therapierelevanten Eindringtiefe von 5–6 cm hervorragend für die Behandlung oberflächlicher Tumoren oder postoperativer Narbenbereiche eignet, kommen für tieferliegende oder anatomisch komplexe Tumorlokalisationen meist Photonen zum Einsatz. Um die Schäden in durchstrahlten gesunden Geweben gering zu halten, werden oft mehrere Bestrahlungsfelder (2–4) gewählt, die sich im Tumor überschneiden. Technische Hilfsmittel wie Kollimatoren und Bleiblöcke helfen, den Strahl zu „formen“ und damit gesunde Gewebe so gut wie möglich zu schonen.

Die meist täglichen Behandlungen werden in kurzen, oberflächlich gehaltenen Narkosen durchgeführt. Diese sind notwendig, um die Patienten in absolut korrekter Position zu lagern und anschliessend für die wenige Minuten dauernde Bestrahlung sicher auf dem Behandlungstisch zu belassen.

Bild Lagerung eines narkotisierten Hundes mit Gehirntumor Abbildung 9:
Lagerung eines narkotisierten Hundes mit Gehirntumor. Die im Therapieplan errechneten Koordinaten werden mit Hilfe von Lasermarken angefahren, um die Position des von aussen nicht erkennbaren Tumors korrekt einzustellen.

zum Vergrössern hier klicken (53 KB)
  Bild Hund in Behandlungsposition am Bestrahlungsgerät Abbildung 10:
Hund in Behandlungsposition am Bestrahlungsgerät (Linearbeschleuniger). Aufgrund des beweglichen Behandlungskopfes kann das Gerät 360˚ um den Patienten rotiert werden, ohne die zuvor korrekt eingestellte Lagerung zu verändern. Der therapeutische Strahl kann somit aus verschiedenen Richtungen eingesetzt werden.

zum Vergrössern hier klicken (19 KB)

Während der Behandlung – die aufgrund der hohen Strahlenbelastung keine Personen im Bestrahlungsraum erlauben – werden die Tiere mittels Narkoseüberwachungsgeräten und Kameras überwacht. Da die Tiere aus diesen kurzen Narkosen sehr schnell wieder erwachen, dürfen sie nach diesen ambulanten Behandlungen bereits nach etwa einer Stunde von den Besitzern wieder in Empfang genommen werden.

nächste Seite

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 4/2007 und 5/2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Carla Rohrer Bley, Dr. med. vet.
Dipl. ACVR (Radiation Oncology)
Bildgebende Diagnostik und Radio-Onkologie
Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich
Winterthurerstrasse 260
CH-8057 Zürich