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Krebserkrankungen bei Hund und Katze

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Nebenwirkungen

Einige Nebenwirkungen (Frühreaktionen, akute Strahlenreaktionen) treten in Abhängigkeit von der Dosis, Eindringtiefe und Anzahl der applizierten Einzeldosen auf. Die akuten Reaktionen wie Fellverlust und Hautrötungen im Bestrahlungsfeld und Schleimhautentzündungen im Mund-Rachen-Bereich zeigen sich normalerweise gegen Ende der Behandlungszeit. Nebenreaktionen können nur an Stellen auftreten, an denen auch bestrahlt wird und sind im allgemeinen bezogen auf so genannte Risikoorgane. Jedes Risikoorgan hat seine eigene Toleranzdosis (in Gray), ab der Nebenwirkungen zu erwarten sind. Diese Toleranzdosen dürfen nicht überschritten werden, da es sonst zu irreparablen Strahlenschäden kommen kann. Diese Toleranzdosen ergeben sich aus der Strahlensensibilität des Gewebes, sowie dessen Regenerationsfähigkeit, und ob das gesamte Organ oder nur ein Teil bestrahlt wird. Bei der Beurteilung und Auswahl eines geeigneten Strahlenplanes wird deshalb auf die Risikoorgane ganz besonders geachtet.
Die Therapie wird in der Regel sehr gut vertragen. Gegen Ende der Behandlungszeit zeigen sich akute Strahlenreaktionen in angrenzenden Normalgeweben, die sich bis etwa eine Woche nach dem Ende der Strahlentherapie verstärken, anschliessend aber innerhalb zwei bis drei Wochen vollständig abheilen. Diese akuten Reaktionen sind normal.

  Bild kurative Nachbestrahlung Bild kurative Nachsbestrahlung
  Abbildungen 11a und 11b:
Kurative Nachbestrahlung einer Narbenregion eines bereits mehrmals entfernten Mastzelltumors. Die blauen Linien beschreiben das zu bestrahlende Feld. Bild links: Narbe vor der ersten Bestrahlung, im Bild rechts: normale akute Strahlenreaktion bestehend aus einer starken Hautreizung nach 15 Bestrahlungen am letzten Behandlungstag.

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Die Behandlung dieser Reaktionen ist ausschliesslich symptomatisch und meist von kurzer Dauer. Aufgrund der Reizung von Haut und Schleimhaut werden Antibiotika verabreicht, damit keine Infektionen auftreten können. Zusätzlich werden bei Bedarf Schmerzmedikamente verabreicht. Bis zur vollständigen Abheilung der akuten Strahlenreaktionen dürfen sich die Tiere im bestrahlten Feld nicht durch lecken oder kratzen verletzen (Halskragen, T-Shirt). Cremen und Salben (Ausnahme: Augensalben) dürfen bei diesen Reaktionen nicht verwendet werden.

  Bild Akute Strahlenreaktionen im Gesichtsbereich Bild Akute Strahlenreaktionen im Gesichtsbereich
  Abbildungen 12a und 12b:
Akute Strahlenreaktionen im Gesichtsbereich (Nasenhöhlentumor) drei Wochen nach Beendigung der Therapie. Die Hautreaktionen sind fast vollständig abgeheilt, das Fell wird in den nächsten Monaten heller nachwachsen. Die teilweise im Strahlenfeld gelegenen Augen sind bis auf eine leicht verminderte Tränenproduktion normal und werden noch einige Wochen mit Augensalben gepflegt.

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Unerwünschte Spätreaktionen sollten in weniger als 1 % der behandelten Patienten auftreten. Diese werden frühestens 6–12 Monate nach beenden einer Strahlentherapie beobachtet und beziehen sich auf Binde- und Stützgewebe und Gefässe, sowie auf Gewebe mit sehr niedrigem Zellumsatz (Nervengewebe). Diese Schäden können zu Fibrosen (Verhärtungen) oder gar Absterben von Geweben führen. Die Folgen strahleninduzierter Spätschäden sind nur schwer behandelbar und müssen nach Möglichkeit durch genaue Therapieplanung und Berücksichtigung der Toleranzdosen vermieden werden. Allenfalls auftretende Spätreaktionen sollten nur in Rücksprache mit einem Radio-Onkologen therapeutisch angegangen werden.

Nach einer erfolgten Therapie werden regelmässige Nachkontrollen durchgeführt. Drei Wochen nach Bestrahlung wird der Heilungsverlauf der akuten Reaktionen beurteilt und meist noch verbliebene Medikamente abgesetzt. Weitere Kontrollen (3, 6, 12, 24, etc. Monate) werden je nach Tumorart empfohlen und können auch vom überweisenden Privattierarzt durchgeführt werden. Dabei wird vor allem die behandelte Region untersucht.

Die Strahlentherapie in der Veterinärmedizin etabliert sich seit Jahren an dafür spezialisierten Zentren. Sowohl überweisende Tierärzte als auch Tierbesitzer, die mit einer solchen Behandlung Erfahrung gemacht haben, erkennen den medizinischen aber auch emotionalen Nutzen für unsere Haustiere. Je nach gestecktem Ziel der Palliation oder Heilung einer Krebserkrankung sind die Ergebnisse oft bereits während oder kurz nach Beendigung der Therapie ersichtlich und führen deshalb unmittelbar zu einer Verbesserung der Lebensumstände eines an Krebs erkrankten Tieres.

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 4/2007 und 5/2007
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Carla Rohrer Bley, Dr. med. vet.
Dipl. ACVR (Radiation Oncology)
Bildgebende Diagnostik und Radio-Onkologie
Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich
Winterthurerstrasse 260
CH-8057 Zürich