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Kreuzbandriss beim grossen Hund

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Wie entsteht ein Riss des vorderen Kreuzbandes?

Obwohl das Knie des Menschen und des Hundes anatomisch gesehen sehr ähnlich aufgebaut sind, sind die Kräfte, welche in diesem Gelenk wirken sehr unterschiedlich.
Bei Mensch und Hund verlaufen im Kniegelenk das vordere und hintere Kreuzband. Diese verhindern ein gegenseitiges Verschieben des Ober- und Unterschenkels nach vorne bzw. hinten. Der innere und äussere Meniskus, eine Art Puffer, liegen ebenfalls im Knie und stabilisieren die Oberschenkelgelenkrolle zusätzlich. Die Seitenbänder verlaufen auf der Innen- und Aussenseite des Knies und verleihen dem Gelenk eine axiale Stabilität.

Der Mensch kann - im Gegensatz zum Hund - ohne grosse Belastung des Bandapparates des Knies stehen. Hüft-, Knie- und Sprunggelenk befinden sich im Stand in der gewichtstragenden Achse parallel übereinander und die Unterschenkel-Gelenkfläche ist horizontal hierzu ausgerichtet. Beim Mensch tritt ein Riss des vorderen Kreuzbandes immer als Folge einer traumatischen Überbelastung auf, weshalb auch vom "Fussballerknie" gesprochen wird.

Hunde stehen hingegen immer mit abgewinkelten Gelenken der Hinterhand.
Zusätzlich ist die Unterschenkel-Gelenksfläche nach hinten abgeschrägt wodurch bei einer Belastung des Beines die Oberschenkelrolle nach hinten abgleiten will. Das vordere Kreuzband verhindert diese Bewegung im Knie. Die beschriebene ständige Beanspruchung des vorderen Kreuzbandes kann zu einem Riss des Bandes führen, welcher oft ohne ein gravierendes Trauma spontan auftreten kann. Da die Anatomie beider Knie eines Hundes ähnlich ist, lässt sich erklären, dass etwa 40% der Hunde zum Zeitpunkt der Diagnose "Kreuzbandriss" bereits auch Anzeichen eines Kreuzbandschadens im anderen Knie haben. Durch die entstandene Instabilität des Knies ist in fast der Hälfte der Fälle der innere Meniskus zusätzlich beschädigt. Der geschädigte Anteil muss chirurgisch entfernt werden. Die Chance auf eine volle Erholung nach einer Operation ist bei diesen Hunden etwas schlechter.
Neben dem kompletten Riss des vorderen Kreuzbandes, kommt es bei grossen Hunden sehr häufig zu einem Anriss des vorderen Kreuzbandes. Da hierbei die Stabilität des Knies erhalten ist, kann diese Verletzung oft nur von einem Spezialisten für Kleintierchirurgie diagnostiziert werden. Auch diese Patienten müssen operiert werden, weil eine konservative d. h. nicht operative Behandlung nicht zur Genesung führen wird.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. C. von Werthern
Fachtierarzt für Chirurgie, Fachtierarzt für Kleintiere
Dipl. ECVS (europ. dipl. Spezialist für Kleintierchirurgie)
6210 Sursee LU