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Warum kommt es zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen?

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Trotz der stetigen Forschung und Entwicklung neuer, wirksamerer und sicherer Medikamente, wird es wohl nie gelingen, jede einzelne unerwünschte Arzneimittelwirkung aus der Welt zu schaffen. Der Tierarzt wird daher vor jeder Therapie abwägen, ob ein Medikament überhaupt notwendig ist und ob die möglichen Komplikationen in einem vernünftigen Verhältnis zur Krankheit stehen. Manche Verletzungen und Krankheiten können vom Körper selber geheilt werden (z. B. Kratzwunden), während andere ohne Behandlung sehr unangenehm, schmerzhaft oder gefährlich sind (z. B. Zuckerkrankheit).

Es gibt auch Medikamente, deren Wirkung beim entsprechenden Tier noch kaum erforscht sind, denn Forschung ist teuer und braucht Fachwissen. Es ist verständlich, dass in die Bekämpfung unheilbarer Krankheiten beim Menschen mehr investiert wird als für Tierkrankheiten. Natürlich spielen auch ökonomische Faktoren bei der Entwicklung von Medikamenten eine Rolle.
Eigentlich sollten beim Tier unerforschte Wirkstoffe nur in Notlagen eingesetzt werden, also nur, wenn kein anderes Medikament mit vergleichbarer Wirkung für den Hund existiert. Dies ist auch gesetzlich durch die Tierarzneimittelverordnung so vorgeschrieben. Leider stehen aber für diverse Krankheiten keine für die einzelne Tierart massgeschneiderten Medikamente zur Verfügung, so dass oft auf Medikamente für Menschen zurückgegriffen werden muss (so genannte Umwidmung). Gesetzlich vorgeschrieben ist zudem, dass Medikamente korrekt beschriftet sein müssen (Medikamentenname, Dosierung, Anwendungshäufigkeit und -art, Ablaufdatum), wenn sie an den Tierhalter abgegeben werden, um Missverständnisse und Verwechslungen zu vermeiden.
Mensch und Hund sind zwar beide Säugetiere, dennoch gibt es wesentliche Unterschiede im Stoffwechsel der beiden Spezies. Von der Aufnahme der Medikamente im Verdauungstrakt über die Wirkung in den einzelnen Geweben und Organen bis zur Ausscheidung aus dem Körper gibt es teilweise starke Abweichungen. Daher ist es gefährlich, unbedacht Medikamente, welche für den Menschen registriert sind, beim Tier zu verwenden; dazu bedarf es der Beurteilung durch einen mit der Spezies Hund vertrauten Spezialisten, also den Tierarzt.
Es ist wichtig, bei einer Kombination verschiedener Wirkstoffe deren Verträglichkeit zu beachten. Werden mehrere Medikamente gleichzeitig verabreicht, dann steigen die unerwünschten Arzneimittelwirkungen überproportional an. Informieren Sie daher Ihren Tierarzt, falls Ihr Hund weitere Medikamente bekommt.
Die häufigsten Vergiftungsfälle beim Tier werden übrigens nicht durch den bösen Nachbarn verursacht, sondern beruhen auf fälschlicherweise eingenommenen oder falsch verabreichten Medikamenten. Diese sollten daher immer genau beschriftet und für Kinder und Tiere unerreichbar aufbewahrt werden.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 1/2006
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autoren:
Dr. med. vet. Rebecca Wachter-Stäheli
Dr. med. vet. Kaspar Rohner-Cotti, FVH Pharmakologie und Kleintiere, Seeblerstrasse 5, CH-8172 Niederglatt