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Neospora caninum - ein Schreckgespenst?

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Die Verantwortung der Züchter

Neuere Untersuchungen in der Schweiz haben gezeigt, dass ca. 7 % der Hunde Antikörper gegen N. caninum aufweisen, d. h. jeder vierzehnte Hund ist mit diesem Parasiten in Kontakt gekommen und hat eine Immunantwort dagegen aufgebaut. Es muss betont werden, dass es sich dabei praktisch ausschliesslich um gesunde Hunde handelt. Da eine Ansteckung nur sehr selten über das Futter erfolgt, muss davon ausgegangen werden, dass die hohe Zahl positiver Tiere hauptsächlich auf einer Übertragung von N. caninum vom Muttertier auf die Welpen beruht. Es ist durchaus denkbar, dass ein Züchter sich dieser Problematik nicht bewusst ist, denn eine Hündin kann über Jahre gesunde, aber dennoch mit N. caninum infizierte Welpen gebären. Hinweise darauf finden sich erst, wenn plötzlich ein Tier mit Krankheitssymptomen auftritt. In dieser Situation sollte beim Muttertier und bei allen Welpen ein serologischer Test durchgeführt werden. Die Welpen sollten mindestens 15 Wochen alt sein, damit keine falsch-positiven Resultate erhalten werden. Obwohl die Tiere Antikörper gegen N. caninum produzieren, bilden sie keinen vollständigen Schutz gegen diesen Erreger aus. Somit ist auch bei jeder weiteren Trächtigkeit eine Übertragung möglich. Es wird daher empfohlen, serologisch positive Hündinnen nicht weiter in der Zucht zu verwenden. Ein mit N. caninum befallener Rüde hingegen kann weiterhin zum Decken eingesetzt werden, da eine Ansteckung über die Spermien oder Samenflüssigkeit als sehr unwahrscheinlich betrachtet wird.
Alle Töchter einer infizierten Mutterhündin sollten vor dem Zuchteinsatz nochmals serologisch untersucht werden, auch wenn sie als Welpen symptomlos waren, denn sie können trotzdem Träger von N. caninum sein.
Tritt in einer Zuchtstätte Neosporose auf, dann gilt es herauszufinden, woher der Erreger stammt: Einerseits ist abzuklären, ob N. caninum bereits seit mehreren Generationen in der betroffenen Zuchtlinie vorhanden ist. Dazu sollte die Grossmutter serologisch untersucht werden. Ergeben sich keine Hinweise auf bestehende Trägertiere, dann empfiehlt es sich abzuklären, ob es zu einer Neuansteckung in der Zuchtstätte gekommen ist. Dazu müssen auch die anderen Zuchthündinnen untersucht werden, da sie sich demselben Ansteckungsrisiko ausgesetzt haben.

 

Was ist beim Kauf eines Hundes zu beachten?

Natürlich wird sich kaum jemand, der einen Hund anschaffen will, als erstes Gedanken über eine mögliche Infektion mit N. caninum machen. Wird jedoch ein Welpe gekauft, dann macht es durchaus Sinn, seinen serologischen Status, bzw. denjenigen des Muttertieres zu erfragen. Es ist besser vorher abzuklären, ob eine mögliche Erkrankungsgefahr besteht, als sich einige Wochen nach dem Kauf mit einem gelähmten Junghund konfrontiert zu sehen. Es soll hier nicht ein Problem hochgespielt werden, denn solche Krankheitsausbrüche sind selten, aber für die betroffenen Hundehalter ist es natürlich umso schmerzhafter, sich von einem Tier zu trennen, das einem gerade erst ans Herz gewachsen ist. Dies besonders, weil eine serologische Abklärung einfach durchzuführen wäre und auch nicht alle Welt kostet.
Etwas anders sieht die Situation beim Kauf eines erwachsenen Tieres aus. Handelt es sich um ein weibliches Zuchttier, ist eine serologische Abklärung ebenfalls empfehlenswert. Ansonsten wird dies wohl nicht notwendig sein, denn das Risiko, im fortgeschrittenen Alter noch an Neosporose zu erkranken, ist sehr gering.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Heinz Sager FVH / Ph.D.
Institut für Parasitologie
Universität Bern
Postfach
CH-3001 Bern
Tel: +41 31 631 24 75
Fax: +41 31 631 26 22