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Osteochondrosis dissecans (OCD)

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Bei einigen Formen von OCD kann auf eine Operation verzichtet werden. Wichtig für das Gelingen einer nicht operativen Behandlung ist eine strenge Diät und strikter Leinenzwang. Der Einsatz von Schmerzmitteln ist umstritten. Einerseits führen Schmerzmittel und Entzündungshemmer zu einer Reduktion der Entzündung im Gelenk und zu einer Verminderung der Schmerzen. Dies steigert das Wohlbefinden des Hundes. Andererseits ist ein komplett schmerzfreier Hund viel schwieriger ruhigzustellen. Die nicht operative Behandlung führt vor allem bei Hunden zum Erfolg, die beim Erkennen der Erkrankung jünger als 6 Monate sind. Der Tierarzt kann aufgrund des Röntgenbilds entscheiden, ob ein nicht operativer Behandlungsversuch Sinn macht. Der Verlauf der Erkrankung muss in regelmässigen Abständen kontrolliert werden. Wenn die Lahmheit nach ein bis zwei Monaten nicht verschwindet, ist ein chirurgischer Eingriff unumgänglich. Je nach Art und Lokalisation der Erkrankung wählt der entsprechend ausgebildete Tierarzt die Methode, welche am ehesten ans Ziel führt. Ziel der Behandlung muss sein, dass der Hund wieder ein hundegerechtes Leben führen kann und nicht zeitlebens Schmerzen haben muss. Die meisten Gelekserkrankungen werden immer noch operiert, indem das Gelenk eröffnet wird. Zuerst wird der Hund in Narkose gelegt, und das zu eröffnende Gelenk wird so gereinigt, dass möglichst wenig Bakterien auf der Haut verbleiben. Anschliessend wird das Gelenk vom steril eingekleideten Chirurgen eröffnet, ohne dass umliegende Strukturen geschädigt oder verletzt werden. Die abgelösten Knochen- oder Knorpelstücke werden entfernt oder fixiert. Anschliessend wird das Gelenk mit speziellen Fäden wieder geschlossen, und es erfolgt eine angebrachte Nachbehandlung.

  Bild Knorpelscheiben aus Schultergelenk von einem Labrador mit OCD Abbildung 6:
Knorpelscheiben, die dem Labrador von Abbildung 1 aus dem linken und rechten  Schultergelenk entfernt wurden.

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Diese Methode wird jetzt aber auch in der Veterinärmedizin teilweise durch die Arthroskopie abgelöst. Bei der Arthroskopie wird die Optik einer kleinen Kamera mit der Dicke einer Bleistiftmine ins Gelenk eingeführt. Mit der Kamera kann das Gelenk betrachtet werden. Über einen zweiten Kanal kann unter Sicht durch die Kamera mit geeigneten Instrumenten im Gelenk operiert werden. Abgelöste Knochen- oder Knorpelstücke können entfernt und kranker Gelenksknorpel kann von der Unterlage abgekratzt werden. Die Arthroskopie setzt aber viel Übung des Chirurgen voraus und ist längst nicht für alle Gelenksprobleme das Mittel der Wahl.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazinen 5/2001
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. FVH T. Schneiter
Tierklinik Sonnenhof, Derendingen