Äusseres Ohr - Gehörgang (Teil 2)
Hunde haben selten Mittelohrerkrankungen (etwa im Gegensatz zum Kleinkind). Das Hörvermögen ist reduziert, da die Übertragungsfunktion wegfällt. Das Gleichgewicht ist bei reinen Mittelohrerkrankungen nicht betroffen. Bakterielle Entzündungen (Otitis media) sind die häufigsten Erkrankungen des Mittelohres. Die Infektion ist in den meisten Fällen eine Folge einer chronischer Otitis externa und Perforation des Trommelfells. Erkrankte Hunde zeigen einerseits Symptome einer Aussenohrentzündung (Kratzen, Kopfreiben) andererseits sind sie apathisch und haben Schmerzen. Am Mittelohr verlaufen mehrere Nerven, welche die Augenlidstellung und Pupillengrösse beeinflussen. Bei entsprechender Entzündung kommt es zu Lidschluss und kleiner Pupille (Horner Syndrom). Die Diagnose einer Mittelohrentzündung wird aufgrund der Krankengeschichte, des klinischen Bildes, Ohr- und Rachenuntersuchung (in Narkose), bildgebender Diagnostik wie Röntgen, Röntgentomographie oder Magnetresonanztomographie und eventuell Punktion des Mittelohres durch das Trommelfell (falls noch intakt) gestellt. Die Therapie besteht in systemischen Antibiotikagaben, und/oder chirurgischer Spülung des Mittelohrs. Das Trommelfell kann sich wieder verschliessen, allerdings muss dafür die Entzündung im Aussenohr behoben sein. Die Prognose ist vorsichtig.
Neben Entzündungen kommen Tumore im Mittelohr vor. Diese sind sehr selten.
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Abbildung 8: Gereinigter Gehörkanal, das Trommelfell ist eingerissen und Flüssigkeit (Eiter) ist im Mittelohr sichtbar. Der Pfeil zeigt auf die Perforationsstelle. zum Vergrössern hier klicken (16,3 KB) |
Innenohr
Bei Innenohrerkrankungen kann sowohl das Gleichgewichts- wie auch das Gehörvermögen befallen sein oder es kann nur ein Teil verändert sein. So können Dalmatiner neben anderen Rassen zum Teil von Geburt her taub sein. Sie haben aber einen normalen Gleichgewichtssinn. Bei gewissen Rassen eben wie dem Dalmatiner ist eine tierärztliche Abklärung auf Taubheit Vorschrift. Defizite im Gehörvermögen können lange unentdeckt bleiben, bis der Gehörverlust komplett ist. Die Tiere sind manchmal schreckhaft oder reagieren nicht, bis sie angefasst werden.
Bei Entzündungen des Innenohres sind meist beide Sinne betroffen. Eine Beeinträchtigung des Gleichgewichtssinn ist auffälliger. Die Hunde können nicht mehr stehen, sie halten den Kopf schief und Bewegen die Augen hin und her (Nystagmus).
Die häufigste Ursache einer Innenohrerkrankung ist eine bakterielle Entzündung, die sich vom Mittelohr ausgebreitet hat. Die Diagnose wird wie bei Mittelohrentzündungen gestellt. Die Therapie muss schnell und umfassend erfolgen, um einen Übertritt ins Gehirn zu vermeiden.
Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazinen 5/2002
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Autor:
Andreas H. Hasler,
Dr.med.vet., Diplomate American & European College of Veterinary Internal Medicine
Tierärztliches Überweisungszentrum
Hauptstrasse 21
CH-4456 Tenniken
www.tuez.ch
