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Ohrenentzündungen bei Hunden Synonym: Otitis externa

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Die Anatomie des Hundeohres

Das Ohr dient der Leitung und Lokalisation von Schallwellen. Es besteht aus dem äusseren Ohr, dem Mittelohr und dem Innenohr, einer schneckenartigen Struktur, die nicht nur den Sitz des eigentlichen Gehörs beherbergt, sondern auch das Gleichgewichtsorgan. Von hier aus werden die von der Ohrmuschel aufgefangenen Schallwellen, die über Trommelfell und Gehörknöchelchen an die Schnecke weitergeleitet wurden, durch Reizung feinster Sinneszellen in elektrische Impulse umgewandelt und an spezielle Zentren des Hirnes weitergeleitet.

Den äusseren Abschluss des Ohres macht die Ohrmuschel (Pinna), eine knorpelige mit normaler Haut überzogene Struktur, die der Ortung der Schallquelle dient und den Gehörgang (Ohrkanal) gegen aussen abschliesst. Der Ohrkanal des Hundes ist im Vergleich zum Menschen deutlich länger. Je nach Hunderasse variiert seine Länge zwischen 5 cm bis 10 cm. Der Innendurchmesser liegt bei 0,5 cm bis 1 cm. Der Ohrkanal verläuft L-förmig. Der lange Schenkel des L’s wird als vertikaler, der kurze Schenkel als horizontaler Ohrkanal bezeichnet. Der gesamte Kanal ist ein mit Knorpel eingefasster Tunnel, dessen Innenseite je nach Rasse mit mehr oder weniger stark behaarter Haut ausgekleidet ist. Den Abschluss des Ohrkanals macht das Trommelfell, eine dünne durchscheinende Membrane, die das äussere Ohr vom Mittelohr abtrennt und die Schallleitung vom äusseren Ohr auf die Gehörknöchelchen überträgt. Das Trommelfell besteht aus 2 Teilen, der Pars tensa, welche vornehmlich der Schallweiterleitung dient, und der Pars flacida, welche Blutgefässe und Nerven enthalten zur Versorgung des Trommelfells.
Das Mittelohr ist ebenfalls mit einer dünnen Schicht unbehaarter Haut ausgekleidet und liegt geschützt in der knöchernen Paukenhöhle (Bulla). Die Bulla ist über die Hörtrompete (Eustachische Röhre), die dem Druckausgleich und dem Abfluss von Sekreten dient, mit dem Rachenraum verbunden.

Im Unterschied zur normalen Haut, ist das Ohrepithel mit weniger Haaren, dafür mit umso mehr Drüsen ausgestattet. Die Schweissdrüsen des Ohrkanals sind zu sogenannten Ceruminaldrüsen umgewandelt, welche die Ohrschmalzproduktion übernehmen. Die Haut des Ohrkanals wächst spiralförmig vom Trommelfell zur Ohröffnung seitlich nach aussen. Durch diese spiralige Zellwanderung wird eine kontinuierliche Abtragung und Ausscheidung von Schmutz und Schmalz vom Trommelfell zum Ausgang des Ohrkanals gewährleistet, ein wesentlicher Aspekt der Selbstreinigung des Ohres.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 8/2008
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
vetderm.ch
Claudia S. Nett-Mettler
Dr. med. vet., Diplomate ACVD (Dermatology)
c/o Tierärztliche Spezialistenklinik TSK
Rothusstrasse 2
CH-6331 Hünenberg
www.vetderm.ch