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Ohrenentzündungen bei Hunden Synonym: Otitis externa

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Untersuchungen von Patienten mit Otitis externa

Bei der ersten Untersuchung eines Hundes, der wegen einem Ohrproblem dem Tierarzt vorgestellt wird, wird in einem ausführlichen Gespräch die Vorgeschichte (Anamnese) aufgenommen. Wichtige Fragen betreffen u. a. die Haltungsbedingungen, allfällige Auslandaufenthalte, den allgemeinen Gesundheitszustand, die Fütterung, das Ansprechen auf eine eventuell vorangegangene Therapie sowie die Dauer, Saisonalität und den Schweregrad der Ohrentzündung.
Anschliessend wird der Hund einer gründlichen Allgemeinuntersuchung unterzogen, gefolgt von einer dermatologischen Untersuchung, bei der nicht nur die Ohren, sondern die gesamte Haut untersucht wird. Besonderes Augenmerk gilt hierbei der Haut von Kopf, Achseln, Zwischenzehenspalten und Bauch, da diese Bereiche bei Allergikern häufig entzündet sind und damit eine mögliche allergische Komponente der Otitis untermauern können.

Bei der Ohruntersuchung werden beide Ohren einzeln beurteilt. Die Ohrmuscheln (Pinnae) werden auf Rötung, Schuppung, Hautverdickung oder übermässige Pigmentierung untersucht – alles Hinweise auf eine chronische Otitis. Der Ohrkanal wird abgetastet und dabei beurteilt, ob er verdickt, kalzifiziert oder schmerzhaft ist. Auch das Mittelohr kann bis zu einem gewissen Grad untersucht werden, indem mit den Fingern Druck auf die Bullae unterhalb des Unterkiefers ausgeübt wird, um Schmerzhaftigkeit zu eruieren.
Anschliessend erfolgt die otoskopische Untersuchung der Ohren. Mit Hilfe einer Lampe mit aufgesetztem Ohrtrichter (Otoskop) können Veränderungen des Ohrkanals (Verdickung, Drüsenhyperplasie, Schwellung, Kanalverengung), das Ohrsekret und eventuell auch das Trommelfell untersucht werden. Auch Fremdkörper, Tumoren (Krebs) und Polypen (gutartige Wucherungen) sowie Ohrmilben sind oft auszumachen.

Mittels Abstrichen und Tupferproben wird das Ohrsekret makroskopisch und mikroskopisch untersucht. Die Qualität des gewonnenen Ohrexsudates kann bereits gewisse Hinweise auf mögliche Erreger geben. So ist beim Befall mit Ohrmilben typischerweise reichlich schwarzes krümeliges Ohrsekret vorhanden, bei Malassezienotitis ist das Sekret dunkelbraun, wachsartig und riecht nach ranzigem Fett. Bei bakteriellen Entzündungen ist es gelblich wachsartig bis grünlich eitrig. Ohrabstriche, welche gefärbt und mikroskopisch untersucht werden (zytologische Untersuchung), helfen den Befall mit Malassezien und Bakterien zu diagnostizieren. Der Schweregrad der Ohrentzündung kann mit dieser Untersuchung ebenfalls abgeschätzt werden. So ist zum Beispiel das Vorhandensein von Eiterzellen ein wichtiges Indiz für eine schwerwiegende bakterielle Otitis, die einer längerfristigen intensiven Behandlung bedarf. Auf Grund der zytologischen Untersuchung wird bestimmt, welche Ohrreiniger und Ohrtropfen für die Behandlung ausgewählt werden müssen. Sie dient weiters der Überwachung der Therapie und bestimmt das Therapieende, welches erreicht ist, wenn zytologisch keine Entzündungszellen und keine Erreger mehr nachgewiesen werden können.

Nebst der zytologischen Untersuchungsmöglichkeit, wird Ohrsekret oftmals für eine bakteriologische Untersuchung eingeschickt. Diese Untersuchung wird vor allem dann angewendet, wenn eine aggressive bakterielle Infektion vermutet wird, wenn die Otitis auf konventionelle Therapie nicht angesprochen hat, wenn es sich um eine eitrige Otitis handelt oder eine Otitis media vermutet wird. Mittels bakteriologischer Untersuchung können nicht nur die Erreger identifiziert werden, sondern auch ein Antibiogramm erstellt werden, damit eine wirkungsvolle antibiotische Behandlung erfolgen kann.

Weiterführende Untersuchungsmöglichkeiten, die bei chronischen Otitis-Patienten eingesetzt werden, sind Röntgen, Computertomographie (CT) und Magnetresonanzaufnahmen (MRI) des Kopfes bzw. der Bulla zur Abklärung von Mittelohrentzündungen, Tumoren oder Polypen im Mittelohr.
Die videootoskopische Untersuchung des Ohres ist eine endoskopische Spezialuntersuchung, mittels der Ohrkanal und auch das Trommelfell mit einer starken Lichtquelle unter Vergrösserung dargestellt und auf einen Bildschirm übertragen werden können. Gleichzeitig verfügt das Videootoskop über einen Arbeitskanal, welcher eine Ohrspülung oder das Einführen von Instrumenten in den Ohrkanal unter Sichtkontrolle erlaubt. Mit dessen Hilfe kann eine Myringotomie, die künstliche Perforation des Trommelfells zur Druckentlastung des Mittelohres, unter kontrollierten Bedingungen und eine Spülung des Mittelohres vorgenommen werden. Diese Spezialuntersuchung muss in der Regel in Vollnarkose durchgeführt werden. Die entsprechende Ausrüstung steht nur wenigen spezialisierten Zentren zur Verfügung.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 8/2008
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
vetderm.ch
Claudia S. Nett-Mettler
Dr. med. vet., Diplomate ACVD (Dermatology)
c/o Tierärztliche Spezialistenklinik TSK
Rothusstrasse 2
CH-6331 Hünenberg
www.vetderm.ch