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Die Hypothyreose des Hundes

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Diagnose

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Es stehen heute eine Vielzahl von Methoden und Tests zur diagnostischen Aufarbeitung zur Verfügung. Nicht alle dieser Verfahren besitzen den gleichen Aussagewert. Schon die Tatsache, dass es verschiedene Tests gibt, weist auf die Problematik der Schilddrüsendiagnostik hin. Denn es gilt: kein Parameter ist gleich gut in der Sicherheit, eine Hypothyreose zu bestätigen oder eine auszuschliessen. Es ist daher für die involvierten Personen von Bedeutung, die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Parameter zu kennen und sie dementsprechend für die Diagnostik zu kombinieren.
Die klinische Untersuchung und die Krankengeschichte können erste Hinweise auf eine Erkrankung geben. Eine allgemeine Blutuntersuchung kann weitere Indizien liefern. Häufig findet man eine Blutarmut (Anämie), hohe Blutfettwerte (Hyperlipidämie) und evtl. erhöhte Leberenzymwerte.

Tests

Basales T 4: Nach einer Fastenperiode wird der T 4-Grundwert im Blut des Hundes bestimmt.
Liegt der Wert unter dem Referenzbereich, spricht dies für eine Hypothyreose. Leider kann ein einmalig tiefer Wert auch bei anderen Allgemeinerkrankungen auftreten, was auf eine Senkung des Stoffwechsels vom Erkrankten und damit zur Schonung der Resourcen des Körpers zum besseren Überstehen von Erkrankungen dient. Auch wird der T 4-Wert durch verschiedene Medikamente (Antiepileptika, Entzündungshemmer) erniedrigt. Aus diesem Grund sollte ein solches Resultat durch andere Tests bestätigt werden.

fT 4: Dieser Wert überschneidet sich stark mit Werten von gesunden Tieren und bietet keine Vorteile gegenüber dem basalen T 4-Wert.

TSH-Stimulation: Dieser Test kann z. B. direkt an eine Basal-T 4-Bestimmung angeknüpft werden. Nach der ersten Blutentnahme wird dem Hund TSH (s. o.) gespritzt, einige Stunden darauf nochmals Blut entnommen und wiederum das T 4 gemessen. Bei dem Vorliegen von ausreichend gesundem Schilddrüsengewebe folgt auf die TSH-Applikation eine normale Antwort der Schilddrüse. Diese schüttet u. a. T 4 ins Blut aus, was wiederum messbar wird. Der Test bietet eine gute Aussagekraft, wird aber wegen Mangels an bovinem (vom Rind gewonnenem) TSH kaum noch durchgeführt.

TRH-Stimulation: Als Alternative zum kaum mehr erhältlichen TSH-Stimulationstest bietet sich dieser Test an. Leider ist aufgrund der geringgradigen Stimulation die Interpretation oft schwierig.

cTSH: Seit einiger Zeit ist es möglich, canines (hundeeigenes) TSH im Blut zu bestimmen. Bei primärer Hypothyreose sind erniedrigte T 4- und erhöhte TSH-Konzentrationen zu erwarten. TSH wird produziert im vergeblichen Versuch, die Schilddrüse zur Produktion von T 4 zu stimulieren. Studien zeigen, dass bei erhöhten TSH-Werten eine Hypothyreose sehr wahrscheinlich ist; v. a., wenn sie in Kombination mit erniedrigen T 4-Werten auftreten. Im umgekehrten Fall bei normalem TSH und erniedrigtem T 4 hingegen, ist die Aussage unsicher.

Index-Berechnung nach Larsson (k-fT4): Die bei der Erkrankung häufig erhöhten Cholesterinwerte, werden mit den Hormonwerten rechnerisch kombiniert und daraus ein Index bestimmt.

Thyreoglobulinantikörper: Dieser Test weist auf einen aktiven Entzündungsprozess in der Schilddrüse hin, gibt jedoch keinen Hinweis auf die Funktionstüchtigkeit des Gewebes.

Hautbiopsie: In veränderten Hautarealen wird eine Hautstanze entnommen. Anschliessend kann der Histologe im günstigsten Fall die für Hypothyreose typischen Veränderungen diagnostizieren.

Bis heute ist kein eindeutiger Test erhältlich. Zusammenfassend wird heute in der Literatur ergänzend zum klinischen Bild eine Kombination aus Provokationstest, basal-T 4- und cTSH-Messung empfohlen.

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Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorin:
Dr. med. vet. Angi Keiser-Semder
Tierklinik Obergrund AG
Schlossstr. 11, 6005 Luzern
www.tierklinik-obergrund.ch