Die Hypothyreose des Hundes
Therapie
Das fehlende Schilddrüsenhormon muss lebenslänglich ersetzt werden. Eine Dosierungsanpassung erfolgt individuell. Angestrebt wird ein über den ganzen Tag verteilter normaler T 4-Spiegel. Eine deutliche klinische Besserung sollte innerhalb der ersten 4 Wochen eintreten. Haut- und Haarveränderungen verschwinden in der Regel erst nach einigen Monaten. Eine regelmässige Kontrollle des Blutspiegels ist notwendig, insbesondere, wenn nicht das gewünschte Resultat eingetreten ist. Nebenwirkungen sind selten und meist auf eine Überdosierung zurückzuführen. Der Besitzer stellt dann häufig Hyperaktivität, Schreckhaftigkeit, Gewichtsverlust und eine erhöhte Herzfrequenz fest.
Prognose
Die Langzeitprognose ist bei einer alleinigen Hypothyreose günstig zu stellen.
Beim Menschen gibt es keinen Zweifel an der Erblichkeit der Erkrankung. Die bisherigen Untersuchungen beim Hund deuten ebenfalls auf eine polygenetische (auf mehreren Genen verteilte) Disposition hin. Bei angeborenen (kongenitalen) Missbildungen ist eine genetische Disposition sehr wahrscheinlich.
Zusammenfassend ist die Hypothyreose des Hundes eine nicht seltene Erkrankung, die jedoch zum einen oft überdiagnostiziert wird, zum anderen aber durch ihr schleichendes Erscheinen und ihre Symptomenvielfalt auch mal übersehen werden kann: Nicht jeder träge und wohl genährte Hund hat eine Schilddrüsenunterfunktion!
Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
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Autorin:
Dr. med. vet. Angi Keiser-Semder
Tierklinik Obergrund AG
Schlossstr. 11, 6005 Luzern
www.tierklinik-obergrund.ch